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Internationaler Blick auf Nachhaltigkeit

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Gute Stimmung beim ersten »Blended Intensive Programme« der THM in Gießen, bei dem international und interdisziplinär an einem Aufgabenfeld gearbeitet wird. Foto: THM © THM

Gießen (red). Die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzt die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) in ihrem ersten »Blended Intensive Programme« (BIP). Diese noch recht jungen Angebote im Rahmen des Erasmus-Programms der EU will Studierende verschiedener Fachrichtungen und Nationen zusammenbringen, indem sie gemeinschaftlich an einem Themenkomplex arbeiten - in Präsenz wie digital.

»Das Lernziel ist, interkulturelle und interdisziplinäre Perspektiven in Projekte einzubringen«, erläutert Dr. Christine Beckmann vom Sprachenzentrum der THM, die mit Dr. Sang-Min Park vom Fachbereich Management und Kommunikation das gemeinsame Projekt organisiert. Neben der fachlichen Arbeit an einem Thema sollen BIPs innovative Lern- und Lehrmethoden fördern, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Den Auftakt des Programms bildete eine Woche in Präsenz in Gießen. 30 Studierende der THM und der Partnerhochschulen aus Tallinn, Vilnius und Skopje kamen zusammen, um »Internationale Perspektiven auf Nachhaltigkeit und Klimawandel« zu entwickeln. »Als Quelle und Inspiration haben alle vorab den aktuellen Klimabericht des IPCC bekommen«, erklärt Beckmann. In Gießen standen dann neben dem Kennenlernen und theoretischen Inhalten auch Exkursionen zu Einrichtungen an, die mit Nachhaltigkeitsthematiken verbunden sind.

So wurde etwa das entstehende FlexQuartier besucht, im Hermann-Levi-Saal des Rathauses wurde über Nachhaltigkeit und Klimaneutralität als Aufgabe lokalen Regierungshandelns diskutiert und in der Grube Fortuna in Solms ging es um nachhaltigen Strukturwandel. Im Zentrum der Arbeitswoche stand jedoch Arbeit in Kleingruppen. Die genaue Aufgabe unter den Stichworten »Nachhaltigkeit und Klimawandel« definierten die Gruppen dabei selbst.

Interdisziplinär

»Wir haben beispielsweise ein Team aus Innenarchitekten und Life-Science-Ingenieuren, die neue Materialien für Gebäudeinnenausstattungen suchen«, sagt Beckmann. Sie ergänzt: »Es kam auch die Frage auf, ob denn eine Lösung gefunden werden müsse.« Nein, denn schon die Erfahrung, dass interdisziplinäre Fragestellungen aufgeworfen werden, sei didaktisch wertvoll.

Am Ende der Woche in Gießen wurden die Studierenden in die digitale Arbeitsphase entlassen: Für weitere vier Wochen wird digital weitergearbeitet, jeweils von der Heimathochschule aus. Die Themen werden vertieft, die Gruppen schließen mit einem Kurzvideo und einer Posterpräsentation zu ihrer Fragestellung ab. Neben einer besonderen Lernerfahrung bringt das dann auch Credits für das Studium.

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