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Intervention im öffentlichen Raum

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»KuKo«-Initiatorin Gabriele Hüllstrunk im Gespräch mit einer Seniorin des Pflegeheims Maria Hilf, das an der Kunstaktion beteiligt ist. Foto: Schäfer © Schäfer

Gießen (rsa). Zu bestaunen gab es am Wochenende in der Innenstadt eine spannende künstlerische Intervention im öffentlichen Raum. Im Rahmen des kunstkooperativen Projekts »KuKo« wurden Arbeiten aus allen derzeit laufenden neun Kunstworkshops an acht Aktionsstandorten - vom Kirchenplatz bis vor H&M im Seltersweg - gezeigt.

Auch Mitmachen, sich Einbringen war gefragt. Bei der Aktion »Bewegt unterwegs« stand das »bewegt« in unterschiedlichen Hinsichten von Stand zu Stand im Vordergrund. So »Was bewegt uns?«, »Bewegte Charaktere und Glücksgefühle«, »Bewegte Farben und Formen«, »Gefühle bewegen«, »Bewegte Gefühle«, »Bewegte Rahmen«, »Magische Wesen in Bewegung«. Eine »Digitale Werkstatt« mit Spiegelungen und - von der Georg-Büchner-Schule - »Fantastische Tierwesen« rundeten das Spektrum ab.

Projektleiterin Gabi Hüllstrunk erklärte: »Wir geben den jungen und älteren Generationen die Möglichkeit, über die Präsentation ihrer Werke im öffentlichen Raum von ihren Wünschen, Träumen und Bedürfnissen zu erzählen.« Darauf verweisen soll »Bewegt unterwegs!«, dass wir alle wieder nach den Lockdown-Zeiten mächtig unterwegs seien, in den Workshops jedoch sich Zeit genommen werde, um sich künstlerisch auszutauschen. »Besonders freut uns, dass das Seniorenheim Maria Frieden und das Jugendzentrum Eulenkopf dabei sind.« Auch eine ganze Reihe von Schulen stellten Werke der teilnehmenden Schüler aus.

Dozentin Hüllstrunk hatte am Institut für Kunstpädagogik der Justus-Liebig-Universität vor vier Jahren »aus dem Seminar heraus« dieses Projekt aus der Taufe gehoben. »Um Bildung wieder menschengerechter zu machen. Um eine praxisorientierte Ausbildung in Kunstdidaktik zu ermöglichen.« Kunst sei eine Sprache, die den Menschen schon immer etwas bedeutet habe. »Es geht darum, eine wechselseitige Durchdringung von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe zu lernen.«

Älteste Teilnehmerin 92 Jahre alt

Mit den Kunstworkshops werde in Grundschulen bis Gymnasien sowie Altersheimen generationsübergreifend gearbeitet. Auch in Jugendzentren sozialer Brennpunkte versuche man, mit Menschen in Kontakt zu kommen. »Die jüngste Teilnehmerin unserer Workshops ist sechs Jahre alt, die älteste 92.« Nicht nur künstlerische und kulturelle Bildung sei wichtig, so Hüllstrunk. Bei der ästhetischen Bildung gehe es darum, »dass der teilnehmende Mensch seine Sinne erkennt, sich selber kennenlernt.« Weitere Infos unter www.kuko.name.

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