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»Irgendwie ein bisschen Karneval«

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Prächtig kostümiert tanzten die Kleinen beim Kinderfasching 2020 über die Bühne der Allendorfer Narhalla. In diesem Jahr werden die schönsten Kostüme vom KFA-Narramobil am Straßenrand gesucht. © Jung

Erleichterung bei den Narren in Gießen-Allendorf: Ein bisschen Fasching ist möglich. Zudem wird das schönste Kostüm gesucht. Eine Zwangspause legen die Rödgener ein.

Gießen. Die fünfte Jahreszeit, die in normalen Zeiten an diesem Wochenende zur Höchstform auflaufen würde, leidet immer noch unter der Corona-Pandemie. So gibt es nur vereinzelt kleine Treffen, damit in der Faschingszeit die Menschen, die gerne in bunten Kostümen unterwegs sind und »irgendwie ein bisschen Karneval« feiern wollen, wie es in einer Einladung heißt, Abwechslung in diesen derzeit grauen Tagen die Laune verbessert.

Kostümiert am Straßenrand

Letztes Jahr war Karneval bei den Karnevalfreunden Allendorf (KFA) noch virtuell. Jetzt macht sich Erleichterung bei den Närrinnen und Narren im Kleebachdorf breit: Es geht schon wieder ein bisschen live und in Farbe. Am Faschingswochenende lassen die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Tobias Blöcher und Sitzungspräsidenten Bernhard Lefevré das närrische Volk nicht alleine: Alle Vereinsmitglieder sind über das Treffen per Einladung informiert worden. Leibhaftig, bunt und laut, aber auch virtuell soll es bei den KFA zugehen. Und das ist der Plan: Am Samstag fährt das KFA-Narramobil durch Allendorf und ist auf der Suche nach dem schönsten Kostüm. Wer mitmachen will, stellt sich vor das Haus oder den Gartenzaun und wird fotografiert. Die drei schönsten Bilder werden auf der Facebook-Seite des Vereins und bei Instagram für das Online-Voting veröffentlicht. Abends startet der KFA »hybrid-Plugin-live-und-in-Farbe-Faschingssamstagabend«. Im »Grünen Salon« sind die Vereinsmitglieder im KFA-Studio unter 2G-Plus-Bedingungen ab 18.33 Uhr willkommen. Auf sie wartet ein Online-Zoom-Meeting mit Spiel, Spaß und Unterhaltung. Ab 19.33 Uhr ist alles live und Farbe vor Ort auf der Leinwand zu sehen. Alle, die lieber zu Hause ihre Helau-Rufe los werden wollen, können das Ganze per Zoom erleben, die Zugangsdaten haben alle Mitglieder erhalten. Damit sie doch ein wenig dabei sein können, wenn es heißt: »KFA Helau, Allendorf Helau, Fasching Helau!«

In Lützellinden wird wiederum keine Fastnacht gefeiert. Eine Narrhalla gibt es nicht mehr, wo einst geschunkelt, gesungen, getanzt und viel gute Laune verbreitet wurde, ist nur noch der blanke Erdboden zu sehen, Gaststätte und Saal fielen der Spitzhacke zum Opfer. Der Lützellindener Carneval Verein (LCV) besteht nur noch auf dem Papier, alle Vereinsaktivitäten sind eingestellt worden. 60 Jahre gibt es den eingetragenen Verein in diesem Jahr, an eine Geburtstagsfeier denkt indes im Moment niemand: Bei der letzten Jahreshauptversammlung im November vergangenen Jahres war die Rede von der Auflösung, für die aber noch einige rechtliche Schritte erforderlich sind.

Eine Zwangspause legt der Karnevalclub Rödgen (KCR) auch jetzt wieder ein. Jochen Müller, Vorsitzender des KCR, sagt auf Anfrage des Anzeiger, man müsse die Leute bei der Stange halten und spricht von »Auftrittsfeeling« für die Mini- und Midi-Tanzgruppen. Die können dem Elferrat und dem Vorstand zeigen, dass sie das Tanzen nicht verlernt haben.

Auftritt der Minis und Midis

Unter der gültigen Corona-Regelung trifft sich ein kleiner Personenkreis im Saal vom Bürgerhaus, wo genügend Abstand möglich ist. »Man muss bei allem fragen«, zeigt sich Müller verunsichert, hinzu komme womöglich ein schlechtes Gewissen, überhaupt etwas zu veranstalten und ob alles richtig sei. Für Jochen Müller ist es wichtig, »Alle zu mobilisieren«, damit die Traditionen nicht ganz verschwinden und in besseren Zeiten wieder Aktive bereit sind, mitzumachen.

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In Rödgen werden die Minis und die Midis für den Elferrat und den Vorstand tanzen, wie hier 2020. © Jung

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