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Jahresausstellung mit Festakt

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Der Farbduktus fällt auf, dennoch passt dieses Bild stilistisch gut in das Gesamtwerk von Peter Seharsch. Foto: Schultz © Schultz

Im Mönchsaal des Klosters war eine große Menge Besucher eingelaufen, darunter Landrätin Anita Schneider und Bürgermeister Julien Neubert. Aufgelockert wurde das Ganze durch reichlich Musik.

Gießen . Mit einem wahren Festakt eröffnete der Licher Maler Peter Seharsch am Wochenende seine Jahresausstellung 2022. Im Mönchsaal des Klosters war eine große Menge Besucher eingelaufen, darunter Landrätin Anita Schneider und Bürgermeister Julien Neubert. Aufgelockert wurde das Ganze durch reichlich Musik, und neue Bilder waren auch zu sehen.

150 Werke ausgestellt

Insgesamt sah und sieht man - im Mönchsaal, in der Galerie sowie im Künstlerhaus - etwa 150 Werke, eine Gruppe davon war insbesondere mit dem neuen Werkstoff Ultramarin aus Lapislazuli entstanden. Auf die Idee zu diesem Pigment hatte Seharsch ein TV-Film über Leonardo da Vinci gebracht. Der hatte nämlich den Stoff verwendet. Er fand in Bayern eine Mühle, die das Pigment herstellt. Allerdings ist Schönheit auch hier teuer, bis zu 15 000 Euro kostet ein Kilo.

»Ein solcher Künstler ist ein Gewinn für den Landkreis und die Region«, erklärte Landrätin Anita Schneider. »Er zeigt, dass er verwurzelt ist und engagiert sich für die Gesellschaft.« Aufgrund seines Wissens und seines Könnens habe er sich bundesweit einen Namen gemacht, betonte die Landrätin. »Peter Seharsch steht nicht still, er ist immer auf dem Weg und entdeckt immer etwas neues«, sagte Schneider mit Blick auf die neue Serie.

Offenheit für Veränderung

Lichs Bürgermeister Julien Neubert ließ »ohne Manuskript« sein »Herz sprechen« und lobte ebenfalls die Offenheit Seharschs für Veränderung. Er erinnerte daran, dass der Künstler letztes Jahr für seine Verdienste die Ehrenurkunde des Landes Hessen erhalten hatte. »Peter Seharsch ist sehr humorvoll und auch politisch interessiert.« Und: »Er hat den Mut, sich immer wieder neu zu erfinden,« spielte er auf den ungewöhnlichen Werkstoff an, den Seharsch neuerdings verarbeitet, das aus Lapislazuli gewonnene Ultramarin. Das teure Material behält auch beim Mischen mit Weiß seine Lichtbeständigkeit und ermöglicht verschiedene Stufen der Transparenz, was Seharsch wichtig ist. Zudem verarbeitet er gelegentlich Blattsilber und sogar Blattgold, »was die Wertigkeit und Leuchtkraft nochmal steigert«, urteilt Kunsthistorikerin Dr. Maximiliane Mohl.

Auch die musikalische Unterhaltung kam nicht zu kurz: Die schwedische Sängerin Karin Pagmár musizierte in Begleitung von Vassily Dück (Bajan/Akkordeon), Anastasia Sheleg (Piano) und Martin Schallert (Traversflöte) interpretierten klassische Titel, und nicht zuletzt war Violinist Robert Varady musikalisch aktiv.

Peter Seharsch zeigt diesmal wieder Landschaftsbilder, in denen sich Naturgewalten dramatisch widerspiegeln, Blumenmotive sowie großformatige, abstrakte Arbeiten.

Die »blaue Serie«, wie sie dereinst heißen könnte, fällt allein durch ihren Farbduktus ein bisschen aus dem Rahmen. Stilistisch passt sie gut ins Gesamtwerk, in dem Seharsch häufig mit kraftvollen Farbflächen starke Effekte gestaltet: große dynamische Gesten. Allerdings ragt eine Arbeit heraus, eine Nachtszene mit Mond und schimmerndem Gewässer im Vordergrund. Hier scheint der Künstler ausschließlich seiner inneren Stimme gefolgt zu sein: ein Glanzlicht.

Zu sehen ist die Ausstellung bis auf weiteres in der Galerie Seharsch und in seinem Licher Künstlerhaus.

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