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Jetzt fehlt es an Lebensmitteln

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Vier Lkw, beladen mit 80 Tonnen Hilfsgütern, brachte GAiN in die Ukraine. © Global Aid Network

Das in Gießen ansässige Hilfswerk GAiN ist von seiner zweiten Transportfahrt in die Ukraine zurück. 80 Tonnen Hilfsgüter wurden geliefert. Vor Ort fehlt es jetzt dramatisch an Lebensmitteln.

Gießen (red). »Die Menschen können nichts mehr einkaufen. Es fehlt an Lebensmitteln. Die Geschäfte sind leer.« So schildert Klaus Dewald, Leiter des in Gießen ansässigen Mitmachhilfswerk GAiN (Global Aid Network), seine Eindrücke nach der Rückkehr einer zweiten Transportfahrt in die Ukraine. GAiN hilft seit Kriegsbeginn Geflüchteten aus und innerhalb der Ukraine. Am Montag kam ein Konvoi mit vier Lkws aus dem umkämpften Land zurück. Jeder der vier Transporter enthielt 20 Tonnen Lebensmittel und andere Hilfsgüter im Wert von 80 000 Euro.

Ziel des Konvois war die Stadt Riwne, wo GAiN ein kirchliches Netzwerk als Partnerorganisation beliefert. Riwne liegt etwa 300 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Gemeinde-Netzwerkes versorgen mehrere tausend Menschen, die dort täglich ankommen, weiterreisen oder schon vorübergehend Unterschlupf in privaten Quartieren gefunden haben. In einer Großküche bereiten sie täglich warme Mahlzeiten für Menschen auf der Flucht zu. Alle kirchlichen Räume sind voll mit Geflüchteten, hergerichtet mit Behelfsbetten und Matratzen.

Lebensmittel und andere Hilfsgüter empfängt die Kirche in einem gemieteten Lager, sortiert und verteilt sie mit allen Fahrzeugen, die gerade zur Verfügung stehen. Viele freiwillige Helfer engagieren sich rund um die Uhr. Bei manchen Lieferungen in die umkämpften Gebiete riskieren die Fahrer ihr Leben. Sie sehen zerstörte Gebäude und sogar Leichen, die einfach liegen bleiben.

PAXs mit Liebe

Bisher konnte GAiN - Stand 21. März - schon 45 Transporte mit einem Warenwert von über drei Millionen Euro zu Ukrainerinnen und Ukrainern in Not bringen - sowohl in die Nachbarländer Polen, Rumänien, Ungarn und in die Republik Moldau als auch direkt in die Ukraine. Aber jetzt ist das GAiN-Lager leer. GAiN ruft deshalb jetzt verstärkt zum Packen von Lebensmittelpaketen auf. Auf der Internetseite des Hilfswerks finden Interessierte eine Anleitung, wie sie solche Pakete befüllen können. Achtung: wer Lebensmittelpakete per Post schicken möchte, sollte seine Sendung nicht an GAiN in Gießen, sondern an folgende Anschrift in Alheim adressieren, wo sich eine große aktive GAiN-Sammelstelle befindet: GAiN-Ukrainehilfe, Zum Strebelsberg 6, 36211 Alheim

Alle, die ihr Paket selbst abgeben wollen, können dies weiterhin in Gießen in der Siemensstr. 13 tun, wo sich das GAin-Zentrallager befindet.

Ein befreundeter Pastor aus der Ukraine sagte Klaus Dewald: »Es bedeutet uns unheimlich viel, und es ist das größte Ereignis überhaupt, dass Ihr von Deutschland zu uns gekommen seid. Normalerweise holen wir uns die Hilfsgüter von der polnischen Grenze ab. Wir verstehen alle Westeuropäer, die nicht kommen, weil sie Angst vor dem Krieg haben. Und es kommen auch keine. Ihr seid die ersten, die zu uns gekommen sind und die Angst überwunden habt. Echte Menschen wie Euch bei uns zu sehen, ist mit nichts vergleichbar. Es gibt uns neue Hoffnung weiterzumachen.« Er und andere GAiN-Partner haben jetzt die Sorge, dass die Menschen in Deutschland des Helfens mehr und mehr müde werden. Sie baten Leiter Klaus Dewald, nicht nachzulassen und die Hilfe nicht abreißen zu lassen.

Firmenspenden

Weil das GAiN-Zentrallager inzwischen fast leer ist, könnten zurzeit auch große Nahrungsmittelspenden von Firmen angenommen werden. Fertig verpackte Paletten mit Nudeln, Haferflocken, Schokolade und anderen haltbaren Waren würden die Hilfe enorm erleichtern.

Weitere Informationen: GAiN-Germany.org

Spendenkonto Global Aid Network (GAiN): Volksbank Mittelhessen, IBAN DE88 5139 0000 0051 5551 55, BIC: VBMHDE5F.

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