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Jüdische Gießener im Blick

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Gießen (red). »Nachbarn und doch fremd« lautet der Titel eines Vortrags von Dr. Ludwig Brake und Dr. Georgia Rakelmann am morgigen Mittwoch, 8. Juni, der sich mit dem Leben jüdischer Gießener im 19. und 20. Jahrhundert beschäftigt. Beginn ist um 19 Uhr in der Jüdischen Gemeinde Gießen (Burggraben 4).

Wenn über Gießener Juden bisher gearbeitet worden ist, so geschah dies oft unter der Perspektive, möglichst bekannte, renommierte Persönlichkeiten in den Mittelpunkt zu stellen, heißt es in der Einladung zu der Veranstaltung. Es galt zu zeigen, dass auch in Gießen bedeutende Juden zu finden waren. Der Blickwinkel soll hier verändert und die Vielfalt jüdischer Existenzen, die Bandbreite ihrer sozialen Lebenswelten, betrachtet werden. Dabei wird es um alltägliche Situationen gehen, in denen jüdische Lebenswelten offen und sichtbar in der Stadtgesellschaft präsent waren.

Es soll eine gesellschaftliche Normalität gezeigt werden. Eine Normalität jedoch, die es für jüdische Gießener nie vollständig gab und die es bis heute noch nicht gibt. Denn normal ist es nicht, wenn die Synagoge ständig unter Polizeischutz stehen muss.

Der Vortrag wird in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde vom Projekt »Historische Alltagsspuren von Juden und Jüdinnen in Gießen« des Netzwerks für politische Bildung, Kultur und Kommunikation ausgerichtet, welches im Rahmen des Festjahrs »2021 - 1700 jüdisches Leben in Deutschland« und von der Stiftung Anstoß gefördert wurde.

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