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Jung und Alt gemeinsam aktiv

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Von: Rüdiger Schäfer

Ein Ort der Begegnung: Ausschuss befürwortet Mehrgenerationenspielplatz in der Gießener Weststadt, Hier sollen künftig nicht nur die Kleinen toben, sondern sich auch Oma und Opa bewegen.

Gießen. Die Zeiten sind vorbei, in denen Oma und Opa am Rande des Spielplatzes auf einer Bank sitzen und warten, dass sich die Kleinen ausgetobt haben. Oma und Opa können und sollen ab sofort mit toben und sich bewegen - auf dem Mehrgenerationenspielplatz. Diese Anlagen sind moderne Spielplätze, auf denen die Begegnung von Jung und Alt gefördert wird, indem sie Platz und Geräte für gemeinsames Spielen bieten. Nach dem Willen der Koalitionsfraktionen von Grünen, SPD und Linke, die einen entsprechenden Antrag in den Ausschuss für Soziales, Wohnen und Integration einbrachten, soll ein solcher nun auch in Gießen geschaffen werden.

Wie der Name schon sagt, spielt auf einem Mehrgenerationenspielplatz nicht nur die junge Generation. Das Gelände ist darauf ausgelegt, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene und Senioren Geräte nutzen können. Teilweise sogar mit gemeinsamer Kraft. Für jede Altersgruppe sind entsprechende Spiel- oder Übungsgeräte vorhanden.

Balance halten

Die Kleinen rutschen, toben und schaukeln - und was können Senioren auf einem Mehrgenerationenspielplatz machen? Einige Spielgeräte sind so abgewandelt, dass auch Ältere sie benutzen können. So gibt es beispielsweise Kletter- und Balancegeräte auf geringer Höhe. So kann weder alt noch jung tief stürzen. Der Gleichgewichtssinn und die Koordination werden aber trotzdem geschult.

Die Spielgeräte sind also sowohl kind- als auch seniorengerecht. Besonders wichtig für ältere Menschen: fit bleiben. Deshalb sind einige Geräte auf die Fitness abgestimmt. Sie trainieren Muskeln und Gleichgewichtssinn. Das unterstützt bei den Herausforderungen des Alltags und stabilisiert von innen nach außen heraus.

Nicht nur die Kleinen müssen ihre motorischen Fähigkeiten schulen. Deshalb finden sich auf Mehrgenerationenspielplätzen auch spielerische Objekte für Erwachsene. Beispielsweise Kugel-Labyrinthe zur Gleichgewichtsschulung oder Stepper für mehr Muskelkraft und Ausdauer. Während die Kleinen sich austoben, können die Großen sich auch auspowern. Und damit sich selbst etwas Gutes tun.

Auch für ein Wohngebiet bringt ein Mehrgenerationenspielplatz einen hohen Mehrwert. Alle Generationen versammeln sich dort und kommen zum gemeinsamen Spaß zusammen. Dabei werden nicht nur körperliche Fähigkeiten gefördert - auch der soziale Aspekt kommt bei diesem System nicht zu kurz. Ein Mehrgenerationenspielplatz dient nicht nur zum Austoben. Es ist ein Ort der Begegnung zwischen Jung und Alt. Hier können Groß und Klein Freunde treffen, gemeinsam an der frischen Luft den Tag genießen und abschalten. Ein Mehrgenerationenspielplatz bietet Abwechslung und bringt Freude in das Quartier.

Auserkoren als Standort für die Begegnungsstätte des Wohnquartiers in der Weststadt haben die Koalitionsfraktionen das Spielplatzgelände »Leimenkauter Weg« an der Ecke Schützenstraße. Einstimmig beschlossen wurde, den Magistrat zu beauftragen, die planerischen und finanziellen Voraussetzungen hierzu zu schaffen. Dies soll innerhalb des Städtebauprogrammes »Sozialer Zusammenhalt Nördliche Weststadt« erfolgen.

Begründet wird der Antrag damit, dass die Weststadt derzeit einer rasanten Entwicklung beim Entstehen von unterschiedlichsten Wohnformen unterliege. »Der derzeit karge Spielplatz mit einer sehr großen ungenutzten Rasenfläche beinhaltet ein großes Potenzial, die Bewohnerschaft aus den unterschiedlichen Quartieren an einem zentral gelegenen Ort zusammenzubringen.«

Der Platz liege am Mittelpunkt der aktuellen Wohnentwicklung der Weststadt. »Die Größe des Geländes macht die Einrichtung eines Mehrgenerationen(spiel)platzes möglich.« Die Planung solle gemeinsam mit der Bewohnerschaft und dem Quartiersmanagement erfolgen. Idealerweise könnten sich Bewohner direkt an der Umsetzung beteiligen.

Fördermittel

Durch die Aufnahme des Standortes des Projektes in das entsprechende Städtebauprogramm könne das Projekt in die finanzielle Förderung durch Bund, Land und Stadt genommen werden. Auch einstimmig befürwortet wurde ein Änderungsantrag der FDP, »zu prüfen, ob, wo, wann und unter welchen Konditionen weitere Mehrgenerationenspielplätze an anderen Standorten in der Stadt inklusive der Stadtteile eingerichtet werden können«; und zwar mit der Ergänzung »unter Beteiligung der Anwohnerschaft«.

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