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»Kämpfer für Demokratie und Freiheit«

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»Großer hessischer Politiker«: Klaus Peter Möller ist tot. Das Foto zeigt ihn bei seinem 80. Geburtstag. Archivfoto: Jung © Klaus-Dieter Jung

Gießen/Wiesbaden (bl). Der frühere hessische Landtagspräsident und Gießener Stadtverordnete Klaus Peter Möller (CDU) ist am Donnerstag im Alter von 84 Jahren gestorben. »Sein Wirken hinterlässt Spuren - in Gießen, aber darüber hinaus auch in Hessen«, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier, der auch über 40 Jahre freundschaftlich mit ihm verbunden war.

Der Familie sowie den Angehörigen wünsche er »für die kommende Zeit der Trauer viel Kraft«.

Der amtierende Präsident des Parlaments in Wiesbaden, Boris Rhein, bezeichnete Möller als »entschiedenen Kämpfer für Demokratie und Freiheit« sowie als einen »beeindruckenden Mann, der sich immer geradlinig und klar für die parlamentarische Demokratie eingesetzt hat«. Als Landtagspräsident sei er »Gesicht und Stimme des Parlaments« gewesen. Seine souveräne Art, die Sitzungen zu leiten, brachte ihm große Anerkennung ein.

Geboren am 8. August 1937 in Darmstadt, studierte Klaus Peter Möller nach dem Abitur in Gießen Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, München und Würzburg. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen arbeitete er als Rechtsanwalt in Gießen, seit 1977 auch als Notar. Von 1972 bis 1999 gehörte der CDU-Politiker - fast sieben Jahrzehnte war er Parteimitglied - der Stadtverordnetenversammlung von Gießen respektive der Stadt Lahn (1977 bis 1979) an, war auch deren Vorsteher. 2005 nahm er noch einmal für wenige Monate ein Nachrückermandat an. Die Bürgerinnen und Bürger hatten ihn bei der Kommunalwahl 2001 beim erstmaligen Kumulieren und Panaschieren weit nach oben auf der Liste gewählt.

Im Mai 1977 rückte er als Landtagsabgeordneter für Wilhelm Runtsch nach, der zum Oberbürgermeister der Stadt Lahn gewählt worden war, jedoch kurz darauf verstarb. Mitglied im Landtag blieb Klaus Peter Möller bis 2003; von Juli 1988 bis April 1991 sowie von April 1995 bis April 2003 fungierte er als dessen Präsident, dazwischen war er Vizepräsident. Außerdem wirkte der Jurist von 1987 bis 1988 als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, von 1983 bis 1988 übernahm der Christdemokrat den Vorsitz des Innenausschusses. Während seiner Abgeordnetentätigkeit leitete er drei Untersuchungsausschüsse, unter anderem zur »Hanauer Atomaffäre«.

»Mit klarem Willen«

»Klaus Peter Möller hat die hessische Politik über Jahrzehnte mitgestaltet und auch ein Stück weit mitgeprägt. Mit klarem Willen und deutlichen Worten hat er als Abgeordneter die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertreten und als Landtagspräsident den Hessischen Landtag in herausragender Weise repräsentiert«, betonte Volker Bouffier. Aber nicht nur dort, sondern auch in seiner Heimatstadt Gießen habe er sich vorbildlich engagiert und in den Dienst der Gesellschaft gestellt. Für dieses Engagement wurde Möller mit der Wilhelm Leuschner-Medaille, dem Hessischen Verdienstorden, dem Verdienstkreuz am Bande, dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und der Großen Ehrennadel der Stadt Gießen ausgezeichnet.

Zu seinem 80. Geburtstag würdigte ihn Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz als »immer noch anerkannte Persönlichkeit dieser Stadt«. Bescheiden winkte er damals ab, als sie ihn ermunterte, sich doch mehr in der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Gesundheit ließ das nicht mehr zu. Die Politik in Stadt, Land und Bund interessiere ihn zwar nach wie vor - nur war er eben nicht mehr selbst mittendrin.

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