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Käpt’n Chaos und wie alles begann

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In jeder Szene agieren die Schülerinnen und Schüler mit viel Herzblut. Foto: Czernek © Czernek

Seit 2009 sticht die Crew rund um William Chaos in See, um aberwitzige Abenteuer zu bestehen. Jetzt ging Runde zehn des Musical am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium Gießen über die Bühne.

Gießen. Runde zehn für das Musical rund um den liebenswerten und leicht chaotischen Käpt’n Chaos am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium(LLG) - dieses Mal stand es unter dem Motto »Wie alles begann«.

Seit 2009 und mit Ausnahme der vergangenen zwei Jahre sticht die Crew rund um William Chaos einmal im Jahr in See, um die aberwitzigsten Abenteuer zu bestehen. Neun wilde Abenteuer hat er nun schon hinter sich, da wurde es Zeit, jene Hintergründe auf die Bühne zu bringen, die den jungen William zum Käpt’n Chaos machten. Und so schrieb und komponierte Musiklehrer Johannes Adamietz die Vorgeschichte zu allen früheren Chaos-Geschichten, denn was große Filmproduzenten wie George Lucas mit ihrem »Star Wars-Epos« im Großen können, das kann der Unterstufenchor auch im Rahmen seiner Möglichkeiten, die im Laufe der vergangenen zwölf Jahre allerdings bemerkenswert gestiegen sind.

So wurde mit Videoeinspielungen und allerlei technischen Tricks sehr professionell gearbeitet, was das Publikum in Staunen versetzte. Hierfür zeichnetet die Technik-AG der Schule verantwortlich, die mit sehr viel Kreativität die Ideen des Stücks umsetzte.

Heraus kam eine witzige Musikrevue, die sich nahtlos in die vorherigen Chaos-Produktionen einfügte und einige charmante Film- und Musikzitate einbaute, unter anderem aus »Star Wars«. Zum Ende hin gab es eine erstaunliche Wendung, einen Toten und sehr viel Humor. Zudem wusste das Publikum zum guten Schluss einige seemännische Ausdrücke mehr als vorher. Schließlich war William zunächst eine ziemliche Landratte mit großen Hang zur Seefahrt - gepaart mit ziemlich viel Unwissenheit. Er war nicht mit dem Seemannsgarn der Besatzung vertraut und verstand häufiger einmal etwas falsch. Da wurde schnell aus dem Begriff »entern« ein »gendern«, sehr zum Vergnügen der Zuschauer. Besonders gut an kamen die kleinen, aber gut platzierten Seitenhiebe in Richtung Corona-Beschränkungen oder kleine Spitzfindigkeiten in Richtung Schule.

Unter der versierten Leitung von Adamietz, der erneut sein textliches und musikalisches Fingerspitzengefühl erfolgreich unter Beweis stellte, entwickelten die Schüler und Schülerinnen der Jahrgänge fünf bis sieben beachtliche schauspielerische und gesangliche Fähigkeiten, bis hin zu einzelnen gesanglichen Soloparts. Für den musikalischen Teil am Flügel zeichnete erneut Martin Ballmeier verantwortlich, der gefühlvoll den Chor begleitete und immer parat war, wenn es galt, eine Pause, sei sie gewollt oder nicht, zu überbrücken.

Adamietz und Ballmeier sind ein eingespieltes Team und erhielten zu Recht tosenden Premierenbeifall. Die rund 55 Schüler und Schülerinnen des Unterstufenchors hatten sich seit den Herbstferien 2021 auf ihren Auftritt vorbereitet und jeden Freitagnachmittag dafür geübt. »Die Proben waren immer draußen auf dem Schulhof, bei Wind und Wetter. Das war wirklich tapfer von ihnen«, lobte sie der Chorleiter.

Um das Musical auf die Beine zu stellen benötigt man zusätzlich zum Chor noch viele weitere Personen, die alle ihren Beitrag dazu leisteten. Insgesamt waren rund 70 Schüler, Ehemalige und Freunde an der Produktion beteiligt. Dies würdigte Antje Mühlhans in ihrer kleinen Ansprache im Anschluss an die erste Aufführung. Besonders dankte sie Prof. Martin Buhmann und Barbara Durstewitz-Herrmann vom Förderverein der Schule. Diese beiden haben den Förderverein vor rund zehn Jahren mitgegründet. Buhmann war Vorsitzender, Durstewitz-Herrmann Kassiererin. »Im Laufe der Jahre hat der Verein einen Umsatz von 130 000 Euro gemacht«, sagte Adamietz. Diese beiden Gründungsmitglieder haben nun ihre Ämter weitergegeben und erhielten vom Publikum für ihr Engagement einen langanhaltenden Applaus.

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