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Kahlschlag am Kleebach

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Ein Vierteljahr hat es gedauert, doch am gestrigen Donnerstag hat nun endlich der Abtransport der geschnittenen Gehölze an der Kleebachstraße begonnen. © Wißner

Zuständigkeitsgerangel sorgt für Ärger: Astwerk und abgeschnittene Stämme lagern seit Wochen am Straßenrand der K21 zwischen Allendorf in Richtung Dutenhofen.

Gießen. Gar mancher, der die Kleebachstraße oder K 21 von Allendorf in Richtung Dutenhofen (Wetzlarer Straße) Mittelsorger-Mühle befährt, mag vermuten, dass es sich bei den zahlreichen Ästen im Kleebachlauf, der parallel zur Straße verläuft, um Sturmschäden der letzten Tage handelt. Doch weit gefehlt: Bereits Ende November wurden hier Bäume im Rahmen der Gehölzpflege aus Verkehrssicheitsgründen gefällt - aber bis zum heutigen Tag nicht abtransportiert.

So ist weiterhin der Kahlschnitt hinter den Leitplanken zu sehen und dieser liegt direkt im Bachlauf. Die Eigentümer der Mittelsorger Mühle betreiben hier eine kleine Wasserkraftanlage und sind, um es gelinde auszudrücken, »stinksauer«, dass zahlreiche Bemühungen bisher scheiterten und immer noch kein Abtransport erfolgte.

Ob nun beim städtischen Ordnungsamt, bei der Polizei und auch bei Hessen Mobil und der beauftragten Firma, gab es Schwierigkeiten mit der Zuständigkeit. Keiner fühlte sich so recht verantwortlich, verwies jeweils auf den anderen und letztendlich ist mittlerweile ein Schaden entstanden, weil wie im bekannten Volkslied »die klappernde Mühle am rauschenden Bach« nicht funktionierte.

Mühle klappert nicht

Der Wasserlauf ist gestaut und der Durchfluss bei der Wasserkraftanlage fiel so gering aus, dass die Meldungen bei den Stadtwerken zu Nachfragen führten, was denn los sei. Eine Anfrage des Anzeigers bei HessenMobil bringt nun etwas Licht ins Dunkel und klärt auch über die Zuständigkeiten auf. Wie die für den Landkreis Gießen zuständige Pressesprecherin von HessenMobil für die Region Westhessen, Sonja Lecher, mitteilte, hat Verkehrssicherheit für HessenMobil oberste Priorität. »Dies gilt auch für den unmittelbaren Bereich neben der Fahrbahn einer Straße und auch für die dortigen Gehölze (Sträucher und Bäume). Unmittelbar am Fahrbahnrand muss die Sicht auf Fußgänger, Fahrzeuge und Verkehrszeichen - vor allem an Einmündungen - freigehalten werden. Außerdem dürfen keine Äste in den »Lichtraum« über der Fahrbahn ragen. Daher schneidet HessenMobil die Gehölze am Straßenrand zum Erhalt der Verkehrssicherheit regelmäßig zurück.

Bei den Arbeiten entlang der Straßenböschungen wird auch Totholz entfernt, um die Gefahr von Unfällen durch herabfallende Äste zu vermeiden«. Wie entlang der Kleebachstraße geschehen, wurden Gehölze »auf den Stock gesetzt«, damit sich der Strauchbestand gesund entwickeln kann. Allerdings hatte HessenMobil hier für die Gehölzpflegearbeiten eine Fachfirma beauftragt. »Auch der Abtransport der geschnittenen Gehölze ist Bestandteil der Beauftragung, daher liegt der Abtransport in der Zuständigkeit der beauftragten Firma. Die Gehölzpflegearbeiten und der Abtransport der Gehölze sind zwei getrennte Arbeitsschritte. Es ist dabei unser Bestreben, den Zeitraum zwischen diesen beiden Schritten so kurz wie möglich zu halten und die geschnittenen Gehölze zeitnah zu entfernen«, teilte Lecher mit und entschuldigt sich auf diesem Wege bei den Eigentümern der beiden Mühlen, wie auch bei den Verkehrsteilnehmern. Fast ein Vierteljahr liegt der »Kahlschlag« nun entlang des Straßenrandes. »Wir müssen uns entschuldigen, dass es in diesem Fall so lange gedauert hat. Es ist nicht beabsichtigt, dass geschnittene Gehölze so lange liegen. Wir standen und stehen daher im stetigen Kontakt mit der beauftragten Fachfirma. Aus aktuellen personellen Engpässen seitens des Unternehmers war bedauerlicherweise kein früherer Abtransport möglich.

Nun ist allerdings der Abtransport der geschnittenen Gehölze für diese Woche vorgesehen: Die beauftragte Firma hat uns zugesagt, das Schnittgut am Donnerstag, 24. Februar, gebündelt abzutransportieren«.

Aufmerksame Beobachter konnten feststellen, dass die Zusage gehalten wurde.

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