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Gießener Fassenacht: Kampagnen-Aus lässt Herzen bluten

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Bei der Namensgebung für das Prinzenpaar im »Schluckspecht« in Lich sieht die Kampagnen-Welt noch anders aus. Archivfoto: Wißner © Red

Wegen der aktuellen Pandemie-Entwicklung werden immer mehr Veranstaltungen abgesagt. Auch die Kampagne der Gießener Fassenachts-Vereinigung 2021/2022 fällt dem zum Opfer.

Gießen - Die Kampagne 2021/22 der Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) fällt aus. Sicher keine einfache Entscheidung für Präsidentin Anja Helmchen, Stellvertreter Sören Schneider und ihre Vorstandskollegen. Aber: »Aus der Verantwortung heraus, die wir gegenüber unseren Aktiven, dem designierten Prinzenpaar, der Öffentlichkeit und natürlich auch dem Verein haben, von dem es nicht zuletzt finanzielle Schäden abzuwenden gilt, und um den aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen, haben wir uns in der Vorstandssitzung am Montag daher schweren Herzens einstimmig dazu entschlossen, die Kampagne insgesamt abzusagen«, heißt es in einem Newsletter, der den Mitgliedern am Dienstagabend zuging.

In dem Schreiben bezieht sich der Vorstand auf strengere Corona-Regeln, die nun gelten. Sie sollen die Ausbreitung der Omikron-Variante des Virus eindämmen. »Das für unsere Veranstaltungen zuständige Gesundheitsamt kann uns bezüglich unserer geplanten Veranstaltungen erst eine rechtssichere Auskunft geben, sobald das Land Hessen eine Änderung der Corona-Schutzverordnung vorgenommen hat. Bis zum 7. Januar 2022 sind Präsenzveranstaltungen nicht zulässig«, heißt es in dem GFV-Rundbrief weiter.

Fasching 2022: Mit Lockerungen ist nicht zu rechnen

Die nächste Zusammenkunft der Bund-Länder-Konferenz sei für den 7. Januar geplant. »Unser Gesundheitsamt rechnet nicht damit, dass die bis dahin geltenden Einschränkungen dann sofort wieder aufgehoben werden. Die Prognosen für eine Durchführung der Inthronisation am 8. Januar stehen damit denkbar schlecht«, schreiben Helmchen und Kollegen. Dieser Unsicherheit wolle man den Verein, die Aktiven und das designierte Prinzenpaar nicht länger aussetzen. Zudem sei auch angesichts der prognostizierten Infektionswelle durch die Omikron-Variante nicht mit Lockerungen zu rechnen. »Die Verantwortlichen - Jörg Langsdorf für die Ballnacht, Andreas Trommer mit dem Elferrat für das Bräu und die Fremdensitzung, Nadine Voith und Nici Vujica für die Weibersitzung, Andreas Schneider und sein Team für die Narrentrommel, Katrin Niedermayer und Katja Koch für die Deko, Benedict Schlich für die Technik - haben viel Zeit und Herzblut in die Planung gesteckt. Uns ist bewusst, wie viel Arbeit gerade in die letzten Wochen mit den sich ständig ändernden Anforderungen investiert wurde. Das wissen wir wirklich zu würdigen und bedanken uns ganz herzlich für das Engagement«, so das GFV-Präsidium.

Bis zuletzt habe man in permanentem und gutem Kontakt mit dem Gesundheitsamt gestanden. »Parallel dazu haben wir bis zur letzten Minute die Planungen für eine Online-Inthronisation und die späteren Veranstaltungen weiter vorangetrieben. Leider sind uns derzeit auch Dreharbeiten, bei denen mehr als zehn Personen aufeinandertreffen, untersagt, sodass es keinen Online-Ersatz für die Inthronisation geben kann. Wie das für spätere Zeitpunkte in der Kampagne, insbesondere unser ›heißes‹ Fastnachtswochenende, aussehen wird, ist derzeit noch nicht absehbar - aber wir bleiben dran.«

Wichtiger Faktor der Entscheidung sei natürlich die Verantwortung gegenüber dem designierten Prinzenpaar, das sich »zwar auf eine Kampagne mit Fragezeichen eingestellt, aber eine vollwertige Kampagne doch wirklich verdient hat«. Der Vorstand ruft in diesem Kontext dazu auf, vorwärts in Richtung der Kampagne 2022/23 zu blicken. Sie werde hoffentlich durch Corona nicht mehr beeinträchtigt: »Wir freuen uns darauf, auch wenn diese Freude im Moment noch ein wenig getrübt ist und unsere Herzen bluten.«

Gießener Fassenacht 2021/2022: Tickets werden erstattet

Wer Tickets für die Inthronisation reserviert hat, werde in den kommenden Tagen vom zuständigen Dienstleister per Mail angeschrieben, teilt der Vorstand mit. Gleichzeitig erfolge über diese Nachricht der Hinweis zum Erstattungsprozess. Neben der Rückzahlung gebe es auch die Möglichkeit, den Betrag direkt der GFV zu spenden.

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