1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Kastenhüpfen statt Weitsprung

Erstellt:

Von: Petra A. Zielinski

giloka_0510_MB3_051022_4c
Jannick und Lehrer Mathias Pesek meistern beim Rolliparcours jede Hürde. Foto: Zielinski © Zielinski

Hauptsache, dabei sein: 190 Schülerinnen und Schüler der Martin-Buber-Schule in Gießen haben Spaß bei den »Buber JubelSpielen 2022«.

Gießen . Spaß stand im Mittelpunkt der »Buber JubelSpiele 2022« auf dem Uni-Campus Kugelberg. Da tat auch der einsetzende Regen der guten Stimmung keinen Abbruch. »Eigentlich sollten die Spiele draußen stattfinden, doch das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht«, erklärt Sportkoordinatorin Carmen Kroker, die bereits zum dritten Male die Spiele organisierte. Zum Glück habe die Universität spontan Hallen, Container und sanitäre Anlagen zur Verfügung gestellt.

Die rund 190 Schülerinnen und Schüler der Martin-Buber-Schule starteten in den zwei unterschiedlichen Leistungsstufen Könner und Starter. Während Erstere analog zu den Bundesjugendspielen die Disziplinen Sprint, Ausdauerlauf, Werfen und Springen absolvierten, wurden für die Starter die verschiedenen Stationen abgewandelt.

Nachdem die »Olympische Fackel« ins Stadion gebracht worden war, startete der 400-Meter-Lauf, an dem auch Rollstuhlfahrer(innen) mit einer Begleitperson teilnehmen konnten. Statt zu sprinten, konnten Kinder mit körperlicher Einschränkung Säckchen in Reifen werfen. Hier wurde von Betreuern die Zeit gestoppt. Der Ausdauerlauf wurde durch das Bauen eines Legoturms in 90 Sekunden ersetzt.

Verschiedene Gegenstände zielsicher in einem Becher zu platzieren war eine weitere Aufgabe. Für jeden Treffer gab es Punkte. Statt in eine Sandgrube zu springen, konnten die Starter sich einen von drei unterschiedlich hohen Kästen aussuchen und mit oder ohne Hilfe hinunterspringen.

Im Gegensatz zu den Bundesjugendspielen, die für Schüler bis zur zehnten Klasse einmal pro Jahr stattfinden, lädt die Martin-Buber-Schule alle zwei Jahre zu den JubelSpielen. »Nachdem die für vergangenes Jahr geplante Veranstaltung Corona-bedingt ausfallen musste, war die Freude bei unseren Schülerinnen und Schülern umso größer«, berichtet Carmen Kroker, die sich die alternativen Stationen selbst ausgedacht hat. Ein Rolliparcours durfte auch von Kindern ausprobiert werden, die normalerweise nicht auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Die Rollstühle wurden hierfür von der Universität zur Verfügung gestellt.

Urkunden und Medaillen für alle

Unterstützt wurde die Sportkoordinatorin von weiteren Lehrern, Erziehern, FSJ’lern und Teilhabe-Assistenten. Auch die Schüler(innen) des Sportleistungskurses der Gesamtschule Gießen-Ost halfen tatkräftig mit. »Insgesamt waren wir ein Team von 110 Leuten«, unterstreicht Kroker. Gestärkt wurde sich mit Pizza, die von »Pizza Mouse« spendiert wurde.

Alle Teilnehmer(innen) erhielten zum Abschluss Urkunden und Medaillen. »Jeder hat sein Bestes gegeben, Platzierungen gibt es bei uns nicht«, betont Carmen Kroker. »Hauptsache dabei sein«, findet auch Henry Huisl. Der 15-Jährige rennt besonders gerne und fand es toll, sich mit seinen Mitschülern zu messen.

Im Sinne des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes zur Kooperation in der Lehrerbildung arbeiten die Martin-Buber-Schule und das Zentrum für Lehrerbildung der JLU in der Lehreraus- und Lehrerfortbildung sowie in der Unterrichts- und Schulforschung zusammen. Diese vertraglich festgehaltene Zusammenarbeit berechtigt die Schule für geistige Entwicklung mit Abteilung für körperlich-motorische Entwicklung dazu, den Titel Campusschule zu tragen.

giloka_0510_MB1_051022_4c
Dem Regen zum Trotz hatten alle Spaß beim 400-Meter-Lauf. Foto: Zielinski © Zielinski

Auch interessant