Kaufland übernimmt Real in Gießener Weststadt

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GIESSEN - (bl). Die Zukunft des Gießener Real-Marktes ist geklärt. Die gute Nachricht nach längerer Hängepartie: In der Gottlieb-Daimler-Straße 27 geht es weiter, auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - allerdings als Teil von Kaufland. Die hiesige Filiale ist eine von weiteren 22, die demnächst umgeflaggt werden. Offizieller Termin dafür ist Montag, 25.

Oktober, wie eine Sprecherin auf Anfrage des Anzeigers bestätigt. Das Bundeskartellamt hat zugestimmt. Schon im Dezember war die Übernahme von 92 einstigen Real-Standorten durch das in Neckarsulm ansässige Lebensmittelunternehmen genehmigt worden. Seit 2010 gibt es Kaufland bereits in Linden, seit 2015 obendrein in Lollar. Im benachbarten Wetzlar hatte sich für Real kein Käufer gefunden, wie im Mai bekannt geworden war.

Bei der Entscheidung für Gießen hätten unter anderem das Wettbewerbsumfeld und das Einzugsgebiet eine Rolle gespielt, heißt es zur Begründung. Den Bürgerinnen und Bürgern solle "eine attraktive Einkaufsstätte für den täglichen Bedarf" geboten werden. An den ersten beiden Tagen bleibe die Filiale jedoch zunächst einmal zu, weil sie zum Beispiel mit neuer Ware beliefert wird. Ab dem 27. Oktober soll dann ganz normal geöffnet werden. "In den Wochen danach wird bei laufendem Betrieb entsprechend dem Kaufland-Konzept umgebaut und modernisiert. Die Planungen zu diesen Maßnahmen laufen auf Hochtouren", so die Sprecherin. Nähere Details zur räumlichen Gestaltung, zum Sortiment und Serviceleistungen könnten aktuell noch nicht kommuniziert werden. Fest steht zumindest, dass die 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohl nicht um ihre Jobs bangen müssen. Sie sollen bei Kaufland "eine neue berufliche Perspektive erhalten". Real hatte im März 2007 den Markt in der Weststadt von dem US-Einzelhandelskonzern Walmart übernommen, davor gehörte er zu Wertkauf.

Die SCP Group, ein russischer Investor, hatte sich im Februar 2020 mit der Metro AG auf einen hundertprozentigen Erwerb von Real verständigt. Insgesamt 30 der ursprünglich 279 Märkte, bei denen sich keine wirtschaftliche Perspektive eröffne, sollten geschlossen, der Rest weiterveräußert werden. Käufer sind neben Kaufland auch Edeka, Globus und Rewe.

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