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»Kein Beruf ist krisensicherer«

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Von: Ingo Berghöfer

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Ohne sie läuft gar nichts bei der Energiewende, dementsprechend blendend sind die Zukunftsperspektiven für Klimatechniker. Dass ausgerechnet in einer der größten Innungen der Kreishandwerkerschaft Gießen mit 94 Mitgliedsunternehmen der Fachkräftemangel ähnlich groß ist wie in anderen Innungen, hat sicher auch mit den hohen Anforderungen einer Branche zu tun, die sich gerade im Umbruch befindet - Stichwort:

Wärmepumpe statt Gasbrenner. »Wir brauchen junge Leute, die Interesse haben, Verständnis und die Fertigkeit, das Verstandene umzusetzen«, sagt Innungsobermeister Sascha Reitz. Solange aber ein Studium eine höhere Akzeptanz als ein Handwerksberuf habe, bekomme man leider nicht immer Auszubildende mit der nötigen Motivation.

Eine Heizung, sagt Reitz, müsse für jedes Haus passgenau wie ein Maßanzug geplant und gebaut werden. Das brauche Fachwissen und Zeit. Reitz’ eigener Betrieb ist bis Jahresende ausgelastet, obwohl er alle Kapazitäten in den Heizungsbau steckt. Wer in diesen Wochen etwa sein Bad sanieren wolle, habe schlechte Karten.

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung, danach haben Absolventen aber »Riesenaufstiegschancen«. »Gibt es derzeit einen Beruf, der krisensicherer ist?«, fragt Reitz rhetorisch. «Alle reden von der Energiewende, wir machen sie.« Davon hat er auch einen »Fridays for future«-Aktivisten überzeugt, mit dem er am Rande einer Demo ins Gespräch kam. Jetzt ist der sein Azubi. (ib)/Foto: Ra Boe

(CC-by-sa-3.0 de)

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