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Kein Halt: IC der Linie 34 fährt an Gießen vorbei

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Von: Stephan Scholz

GIESSEN - (olz). Derzeit ist das Thema Verkehr kaum wegzudenken aus den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung. In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag ging es diesmal allerdings nicht um den Nahverkehr: Das Gremium befasste sich mit der neuen IC-Linie 34 Frankfurt-Münster.

Einstimmig votierten die Mitglieder am Ende für einen Auftrag der Koalition an den Magistrat, mit Deutscher Bahn und Rhein-Main-Verkehrsverbund zu vereinbaren, dass Gießen Systemhalt der neuen IC-Linie wird, die im Dezember 2020 startet. Weiterhin soll der Magistrat auf eine Vereinbarung gemeinsamer Tarifangebote von RMV und Deutscher Bahn für den Regionalverkehr hinwirken, um die entstehenden Nachteile für RMV-Kunden abzumildern. Der neue IC "verbindet Frankfurt mit Münster, ähnlich wie die frühere Interregiolinie. Damit bekommt die Dill- und Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Wetzlar und Lethmate ihren Fernverkehr zurück. Gießen werden die Züge generell auf der als 'Bergwerkswaldkurve' genannten Umfahrungsstrecke umgehen, wogegen in Siegen der Hauptbahnhof angefahren wird, trotz des dort erforderlichen Fahrtrichtungswechsels", begründen die Koalitionäre den Antrag.

Mit einem Halt in Gießen wäre ebenfalls ein Fahrtrichtungswechsel verbunden, der einem Zeitverlust von etwa zehn Minuten entspreche. "Das zusätzliche Fahrgastpotenzial macht die Fahrzeitverlängerung aber erträglich, zumal viele Fahrgäste durch die bessere Umsteigesituation in Gießen Zeit und Wege sparten. Für den Knoten Gießen gebe es Konzepte zum Ausbau, sodass die technische Leistungsfähigkeit des Bahnhofs steige und die Verspätungsanfälligkeit künftig sinke.

Zudem sind "in den Fahrplanentwürfen für den IC-34 engere Haltestellenabstände in Nordrhein-Westfalen als in Hessen zu erkennen, was auch damit zu tun hat, dass der IC-34 in NRW - in Absprache mit den zuständigen Zweckverbänden - Funktionen des Regionalverkehrs übernehmen soll, in Hessen ausdrücklich nicht", stellen die Partner von SPD, CDU und Grünen fest. In Hessen werde es bislang keine Kooperation zwischen RMV und Deutscher Bahn, etwa bei der Anerkennung von Fahrausweisen oder beim Aufbau eines gemeinsamen Fahrplanangebotes, geben. "Daraus ergeben sich für den hessischen Regionalverkehr teils gravierende Nachteile, welche die Freude über das neue Intercity-Angebot trüben", begründet die Koalition.

Bei Enthaltung der AfD ebenfalls einstimmig beschlossen wurde zudem der Koalitionsantrag zur Errichtung einer Pförtnerampel auf der Krofdorfer Straße an der Einmündung der Carlo-Mierendorff-Straße für eine bessere Steuerung des Verkehrs. Ohne Gegenstimme passierte auch die zwölfte Änderung der Abfallsatzung den Ausschuss. Mit ihr sollen die Gebühren für den Sperrmüll in der Stadt abgeschafft werden. Das letzte Wort hat bei allen drei Projekten die Stadtverordnetenversammlung.

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