Kein neuer Sachstand zu Real-Markt in Gießen

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GIESSEN - (bl). Die Hängepartie geht weiter: Noch immer warten in zahlreichen Städten die Kunden gespannt darauf, was mit dem Real vor ihrer Haustür geschieht. Insbesondere für die Mitarbeiter bleibt vorerst nur die Ungewissheit. Das gilt auch für Gießen. Die gute Nachricht ist zumindest, dass der Standort in der Gottlieb-Daimler-Straße noch nicht zu jenen 19 gehört, für die eine Schließung bis spätestens September bereits endgültig feststeht.

Aus Hessen fällt darunter bisher nur Maintal-Dörnigheim. Zudem sind 13 Märkte aus Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz definiert, die Anfang des Monats an Kaufland übergeben worden sind; ein weiterer (Gütersloh) folgt im März, für eine ebenfalls beschlossene Übernahme (Pentling) durch V-Markt sei der Termin noch offen.

"Weitere Standorte, weder an Kaufland noch an Globus, sind darüber hinaus noch nicht mit einem Übergabetermin versehen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine seriöse Aussage über weitere Marktabgaben nicht möglich, weil unter anderem Gespräche mit Vermietern noch laufen. Dementsprechend gibt es auch zu unserem Markt in Gießen keinen neuen Sachstand. Der Betrieb läuft daher unverändert weiter", teilt Frank Grüneisen, Pressesprecher der real GmbH, auf Anfrage des Anzeigers mit. Momentan werde damit gerechnet, dass die nächsten finalen Entscheidungen Anfang März getroffen würden. Das Hauptaugenmerk aller Verfahrensbeteiligten liege in jedem Fall darauf, "so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten".

30 Märkte sollten schließen

Die "SCP Group", ein russischer Investor, hatte sich im Februar 2020 mit der Metro AG auf eine hundertprozentige Übernahme von Real verständigt. Der Verkauf ist inzwischen abgeschlossen. Im Zuge der "Restrukturierung" sollten "alle Optionen" geprüft werden, hieß es. Dazu zählten "weitere Veräußerungen sowie die Aufteilung in kleinere Flächen". Nur wenn weder ein Weiterbetrieb noch eine Fortführung durch ein anderes Einzelhandelsunternehmen eine wirtschaftliche Perspektive eröffne, werde eine Schließung erwogen. Nach damaligem Stand könnten davon etwa 30 der ursprünglich 279 Märkte betroffen sein. Das Bundeskartellamt hat dem Erwerb etlicher Filialen durch Kaufland (92) und Globus (24) bereits zugestimmt, die Genehmigung für den Interessenten Edeka (72) fehlt noch.

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