1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Kein Verkehrsversuch in Kleinlinden

Erstellt:

giloka_0706_obkl_ebp_070_4c
Kein Tempo 30 auf der Frankfurter Straße: Die Kleinlindener Grünen zogen ihren Antrag zurück. Foto: Jung © Jung

Grüne ziehen Antrag auf Tempo-30-Zone in Frankfurter Straße zurück - weil es nicht umsetzbar wäre

Gießen . Im kommenden Jahr sollte der Verkehr im Rahmen eines Verkehrsversuchs nur noch mit maximal Tempo 30 über die gesamte Frankfurter Straße rollen. So jedenfalls hätten es die Grünen gerne gesehen. Doch daraus wird nichts, wie sich in der jüngsten Ortsbeiratssitzung zeigte. Mit der Einführung einer Tempo-30-Zone zwischen der Einmündung Lahnstraße und der Kreuzung Allendorfer Straße werde die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden deutlich erhöht, meinte Antragsteller Dr. Ralf Sänger.

Doch Bürgermeister Alexander Wright - Sängers Parteifreund - verwies auf die rechtlichen Vorgaben: Eine Hauptverkehrsstraße könne nicht zur Tempo-30-Zone umgewandelt werden. Ihm seien die Hände gebunden, gab er zu Protokoll: Wenn er die Schilder anschrauben ließe, käme das Regierungspräsidium Gießen und ordne die Entfernung der Schilder an. Die Enttäuschung war dem Antragsteller anzumerken, als er sein Papier zurückzog. »Auch wenn ein Antrag nicht durchgeht, hat er Sinn, um eine Gemeinsamkeit für die Belange der Betroffenen zu zeigen«, sagte Sänger.

Bürgermeister Wright brachte auch Neuigkeiten aus dem Bereich Tiefbau und Verkehr mit. Die Bushaltestelle Brüder-Grimm-Schule ist in einem schlechten Zustand und muss saniert werden. Eine Erneuerung steht auch für die Fahrbahndecke in der Wetzlarer Straße zwischen der Straße »Zum Maiplatz« und der Frankfurter Straße an. Wright sicherte Arbeiten an der Treppenanlage Schinnerhohl zu. Die Benutzungspflicht der Fahrradwege in der Frankfurter Straße wird aufgehoben. Die Umsetzung dauere noch eine Weile. Für Herbst steht die Ausschreibung für die Erweiterung der zweiten Brücke in der Lahnstraße an.

Die Hol- und Bringzone in der Lützellindener Straße für Eltern, die ihre Kinder zur Schule chauffieren, habe sich nicht bewährt, meinen die Grünen und beantragten die Aufhebung. Nur vereinzelt seien die Plätze genutzt worden, meistens werde weiterhin im Bereich der Bushaltestellen und vor dem Haupteingang angehalten. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Kommt ein Jugendtreff?

Der Magistrat soll prüfen, wo, ob und wie in Kleinlinden ein Jugendtreff eingerichtet werden kann und dies dem Ortsbeirat nach den Sommerferien vorstellen. Einem entsprechenden Antrag der FDP stimmte der Ortsbeirat zu.

Ein Bürger wies den Ortsbeirat auf Lkw in der Lützellindener Straße ab Kreuzung Heide/Hermann-Löns-Straße hin. Das Gremium sprach sich dafür aus, dass die Stadt prüfen soll, ob und wie die Durchfahrt für Lkw ortseinwärts verhindert werden kann.

Getrennt abgestimmt wurde über einige Fragen zur Fläche »Gleisdreieck« auf Anregung der FDP. Die Radroute vom Bergwerkswald mit Vorfahrt zu versehen und den Kreuzungsbereich durch Stop-Schilder zu sichern, könnte die Unfallgefahr an der Brandwegbrücke minimieren. Überwiegend seien es Autos, die zum Betriebswerk der Bahn fahren. Ein Hinweis an die Radler auf die Gefahr sieht Günter Helmchen (Freie Wähler) als Ergänzung. Ob die rechte Linksabbiegespur an der Kreuzung Frankfurter Straße/Robert-Sommer-Straße stadteinwärts als Abbiegespur für Radler markiert werden kann, soll die Stadt auf Anregung der Grünen prüfen. Der teils schlechte Zustand vom Rad- und Gehweg entlang der Lützellindener Straße erfordere laut Ortsbeirat eine Sanierung.

Pfarrer Ekkehard Landig und Daniela Steinbach vom Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde berichteten, dass derzeit »20 bis 30« Geflüchtete aus der Ukraine in Kleinlinden leben. Für sie sei wichtig, dass es Angebote zur Vernetzung gebe.

Auch interessant