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Keine zusätzlichen Kontrollen röhrender Autos

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Von: Ingo Berghöfer

Gießen . Im Ausschuss für Klima-, Umwelt-, und Naturschutz, Stadtentwicklung, Energie und Verkehr scheiterte ein Antrag der CDU, mit dem die Christdemokraten Zeitgenossen, die gerne in den Nachtstunden mit heulenden Motoren durch die Stadt brettern - sogenannte Autoposer - das Leben schwerer machen wollten. So sollte der Magistrat beauftragt werden, drei Monate lang regelmäßig in den Nachtstunden von 21 bis 6 Uhr Lärmmessungen in der Bahnhofsstraße, am Anlagenring sowie den Ausfallstraßen Marburger Straße, Licher Straße, Grünberger Straße, Frankfurter Straße, Schiffenberger Weg, Rodheimer Straße und Krofdorfer Straße durchzuführen, um danach den Stadtverordneten mitzuteilen, ob sich die Situation durch diesen Verfolgungsdruck gebessert habe.

Zudem solle auch geprüft werden, ob die Stadt spezielle Blitzeranlagen anschaffen könne, die nicht aufgrund der Geschwindigkeit sondern aufgrund des Geräuschpegel auslösen.

Dass Autoposer in Gießen durchaus ein Problem sind, bestätigte die jüngste Kontrollnacht der Gießener Polizei am Wochenende. Bei der wurden gleich elf Fahrzeuge gestoppt, bei denen aufgrund technischer Veränderungen die Betriebserlaubnis erloschen war. In vielen dieser Fahrzeuge war der Endschalldämpfer der Abgasanlage durch einfache Rohre ersetzt worden, sodass diese teilweise mehr als 100 Dezibel laut waren (der Anzeiger berichtete).

Manuela Giorgis von den Liberalen zeigte sich in der Debatte skeptisch und fragte, ob solche neuartigen Blitzer überhaupt rechtlich zulässig seien. Antragsteller Frederik Bouffier räumte mögliche Probleme rechtlicher Natur ein, gleichwohl sollte der Magistrat dies aber prüfen lassen.

Mehr wusste Bürgermeister Alexander Wright. In anderen Ländern wie etwa Großbritannien würden solche »Blitzer« bereits getestet. Dabei hätten sich technische Probleme ergeben, die vorerst einem Einsatz dieser Geräte im Weg stehen. So seien sie noch nicht in der Lage, bei mehreren den »Blitzer« passierenden Fahrzeugen, den Lärmverursacher eindeutig zu identifizieren. Erschwerend käme hinzu, dass es in Deutschland keine einheitliche Lärmobergrenze für Kraftfahrzeuge gebe. Die variiere je nach Typ.

Mit Koalitionsmehrheit wurden dann sowohl vermehrte Kontrollen als auch die Prüfung von akustischen »Blitzern« abgelehnt.

Einstimmig angenommen wurde dagegen der letzte Antrag. In dem wurde der Magistrat aufgefordert, die Modernisierung und barrierefreie Gestaltung der Bushaltestelle »Philosophenwald« in seiner Prioritätenliste vorzuziehen, weil diese jetzt deutlich stärker von in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen genutzt werde. Die Lebenshilfe Gießen hat nämlich in diesem Sommer eine Behindertenwerkstatt aus dem Gewerbegebiet West in das Gewerbegebiet Ursulum verlagert. Künftig werden dort rund 100 Menschen mit eingeschränkter Mobilität arbeiten.

Bürgermeister Wright kündigte in diesem Zusammenhang an, dass man auch überprüfen werde, ob die Bushaltestelle »Philosophenwald« nicht generell in Richtung der Werkstätten verlegt werden könne, da sie derzeit mehrere Hunderte Meter von diesen entfernt sei.

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