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Kernig, dynamisch und stimmungsvoll

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Die Band »Santiano« begeistert ihr Publikum am Mittwochabend. Foto: Czernek © Czernek

Gießen (bcz). Seit zehn Jahren sind die Shanty-Rocker aus dem hohen Norden aus der Musikszene nicht mehr weg zu denken: Santiano gehören zu den erfolgreichsten Bands Deutschlands. Auch das aktuelle Album »Wenn die Kälte kommt« stürmte 2021 erneut die Charts. Gerade ist die Band auf großer Deutschlandtournee und ankerte mit ihrem musikalischen Schlachtschiff am Mittwochabend auf dem Schiffenberg.

Das Konzert war komplett ausverkauft und das Festivalgelände war mit den rund 5000 Fans proppenvoll, entsprechend gigantisch gut war die Stimmung auf dem Gießener Hausberg.

Von Anfang an mitgesungen

Schon mit dem ersten Ton des ersten Songs »Wenn die Kälte kommt«, dem Titelsong aus dem aktuellen Album, hatte die Band ihr Publikum gepackt: Begeisterung pur, die sich mit den weiteren Liedern nur noch weiter steigerte. Die Band konnte sich auf ihre treuen Fans verlassen: Sie kannten die Lieder, sangen von Anfang an mit, egal, ob es sich um Songs aus dem aktuellen Album oder ob es sich um ältere Lieder handelte. Santiano wussten, was sie ihren Fans schuldig waren und lieferten ab. Dementsprechend dynamisch war der Konzertverlauf, bei dem Ohrwürmer wie »Mädchen von Haithabu«, »Gott muss ein Seemann sein« oder »Die Kinder des Kolumbus« nicht fehlen durften. Bei dem Traditional »Wellerman«, das zum Durchhaltelied in der Corona-Zeit wurde, gingen die Emotionen und die Hände entsprechend nach oben.

Das Lied »Lieder der Freiheit« hatte am 31. Unabhängigkeitstag der Ukraine ein besonderes Maß an Aktualität erhalten, was von Sänger Björn Both entsprechend kommentiert wurde. Dafür gab es viel Applaus von den 5000 Zuschauern. Ein klares Statement zur Freiheit und gegen jegliche Unterdrückung - passend zum Selbstverständnis der Band. Santiano treffen mit ihren Liedern den Zeitgeschmack: Kernige Lieder über Freiheit, raue Seemannsgeschichten, Treue und Liebe. Geschickt mischt die Gruppe typische Folk-Elemente mit Pop-Rock oder gar Heavy-Metal-Elementen zu ihrem ganz eigenen typischen Sound, der vor allem durch die markante Stimme des charismatischen Sängers Björn Both getragen wird.

Brachiale Melodik

Doch in der Bühnenpräsentation standen die anderen Bandmitglieder ihm in nichts nach. Innerhalb der oftmals fast brachial anmutenden Melodik wurde das Violinspiel von Peter David Sage zu einer höchst emotionalen Komponente, die von allen dankbar aufgenommen wurde. Nach knapp zwei Stunden war das Konzert zu Ende und entließ die Zuhörer in eine luftige Sommernacht.

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