Klier-Insolvenz: Eine von drei Filialen in Gießen muss schließen

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GIESSEN - (bl). Bei der Klier Hair Group "stehen die Zeichen auf Neustart und Aufbruch in eine sichere Zukunft". Das teilte das deutschlandweit größte Friseurunternehmen am Mittwoch mit, nachdem die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan "mit großer Mehrheit" zugestimmt hatte. Insgesamt könnten 850 von ursprünglich 1350 Salons und Shops mit circa 6400 Arbeitsplätzen erhalten werden.

In Gießen gibt es drei Filialen: in der Galeria Karstadt Kaufhof, in der Galerie Neustädter Tor und im Einkaufszentrum "Westoria" in der Weststadt. Für eine davon läuft das Geschäft allerdings nicht weiter, bestätigt Rechtsanwältin Elke Schmitz von der "dictum media gmbh" auf Anfrage des Anzeigers.

Nicht profitabel

Umsatzeinbußen hatten die Kette Ende vergangenen Jahres in die Insolvenz gezwungen. "Wir haben im Rahmen des Sanierungsverfahrens alle Standorte einer eingehenden betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen", erklärt Elke Schmitz. Dazu zählten auch Verhandlungen über "zu hohe Mietkonditionen" vor allem in teuren Innenstadtlagen, die angesichts spürbarer Besucher- und Umsatzrückgänge "schon lange nicht mehr" zu rechtfertigen seien. Filialen, die langfristig nicht profitabel hätten betrieben werden können, "mussten wir aus unternehmerischer Verantwortung schließen, um die gut laufenden Standorte nicht zu gefährden; das Insolvenzrecht ließ uns ebenfalls keine andere Wahl". Das habe leider auch auf die zur Klier Hair Group gehörende Cosmo-Filiale in der Galerie Neustädter Tor zugetroffen. "Es ist allen Beteiligten äußerst schwergefallen, sich von engagierten und loyalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu trennen. Wo immer es möglich war, haben wir den Betroffenen einen Arbeitsplatz an einem anderen Standort angeboten", so Schmitz. Die beiden anderen Gießener Filialen würden dagegen fortgeführt.

"Der Sanierungsprozess hat uns allen viel abverlangt. Vor allem unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für ihren großen Einsatz", so der vorsitzende Geschäftsführer Michael Melzer in einer Pressemitteilung. Künftig wolle man sich "deutlich stärker auf den Kunden und seine Bedürfnisse fokussieren und diese in den Mittelpunkt der strategischen Ausrichtung stellen".

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