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»Knatsch gab es bei uns nie«

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Grund zum Jubeln: 25 Jahre Mothers Milk will die Band mit den Fans feiern. © Tobias Bastian

Gießen. Zumindest im kleinen Kreis konnten die Jungs von »Mother’s Milk« ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Ganz der Tradition entsprechend wurde der besondere Abend im »Steakhouse an der Burg« eingeleitet und endete in der »Männerhöhle« von Sänger Torsten »Hardy« Hartmann - einer gemütlich und auf »oldschool« eingerichteten Garage. Zwischen Hercules Mofas, einem funktionierenden Zigarettenautomaten und einem alten Fernseher, der zur Schnapsbar umgebaut wurde, ließen die Mitglieder der »Red Hot Chili Peppers«-Tribute-Band die letzten 25 Jahre Revue passieren und warfen einen Blick in die Zukunft.

Die Bandhistorie ist dabei eng mit einem speziellen Tag verknüpft: Dem jährlichen Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. »Ich war 1996 Stationsarzt am Gießener Uniklinikum und habe dort auf der neu eingerichteten HIV-Station gearbeitet. Die weiteren damaligen Gründungsmitglieder Jörg »Jogga« Achenbach sowie Tom Bartat waren als Pfleger angestellt. Gemeinsam kamen wir auf die nicht alltägliche Idee, Songs der kalifornischen Punk-Funk-Band Red Hot Chili Peppers nachzuspielen,« erinnert sich Urgestein und Schlagzeuger Carsten Siebert. Ihren ersten Auftritt hatten sie natürlich am Welt-Aids-Tag in Gießen - der Startschuss für die Musikgruppe.

Ein Sprung in die Gegenwart zeigt, die Besetzung hat sich in dieser langen Zeit zwar hin und wieder geändert, aber Lust und Leidenschaft auf gemeinsames Musizieren ist bei dem Quartett von »Mother’s Milk« ungebrochen. »Zumal alle Umbesetzungen aus beruflichen Gründen und damit verbundenen Umzügen resultierten. Knatsch gab es bei uns nie«, freut sich Gründungsmitglied Siebert. Die derzeitige Formation, die neben Sänger »Hardy« und Drummer Carsten von Bassist Benjamin »Benny« Schäfer sowie Gitarrist Christoph »Chrissi« Barth komplettiert wird, besteht seit 15 Jahren und kann auf einige Highlights zurückblicken.

Etwa der Auftritt in der Frankfurter »Batschkapp« vor 1500 Zuschauern. »Wir wurden von einer »Tote-Hosen-« und »Die Ärzte-« Coverband eingeladen, als Vorband zu spielen. Die Bude war rappelvoll und wir wussten nicht, wie das Publikum auf unseren Sound reagiert. Spätestens nach dem ersten Song war die Stimmung grandios«, schwelgt »Hardy« in Erinnerung. »An dem Abend hat einfach alles gepasst,« ergänzt Siebert.

Auch die ersten Gigs im Schlachthof in Eisenach vor gut 15 Jahren bleiben unvergessen. Die Jungs von »Mother’s Milk« sind schon »viel herumgekommen«, spielten beispielsweise auch in Österreich, doch Platz für Träume gibt es trotzdem. »Ich fände es wahnsinnig aufregend, wenn wir mal bei einem Festival wie »Rock am Ring« oder »Hurricane« auftreten dürften. Ich war selbst schon dort und liebe die Atmosphäre. Dort auf einer kleinen, aber feinen Bühne abzurocken wäre großes Kino«, gesteht der Sänger. »Aber als reine Coverband ist das natürlich schwierig.«

Bei einer Coverband stellt sich unweigerlich die Frage, ob es auf Dauer nicht zu eintönig wird, sowohl für den Zuhörer, als auch den Musiker selbst. »Die Mischung macht es aus. Die Peppers bedienen Funk, Punk, Rap, Rock und mischen diese Genres zu einem einzigartigem Sound. Es gibt schnelle, funkige Nummern wie ›Can’t Stop‹ oder ›Give it away‹, aber auch nachdenkliche und ruhige Songs wie ›Californication‹ und ›Under the Bridge’«, entgegnet der Schlagzeuger.

»Außerdem spielen sie bei Live-Auftritten nie das Gleiche oder nur ihre größten Hits. Sie variieren und spielen, worauf sie an dem Abend Lust haben. Ein in meinen Augen ehrlicher Sound«, ergänzt »Benny« Schäfer. Ein Haar in der Suppe findet Torsten Hartmann bei den Vorbildern trotzdem: »Sie könnten mehr mit dem Publikum interagieren, es mehr mit einbeziehen. Die Möglichkeiten sind bei den Songs vorhanden. Aber das übernehmen wir bei unseren Auftritten gerne«, schmunzelt er.

Leider müssen sich die Fans der heimischen Tribute-Band noch ein wenig gedulden, da die Corona-Pandemie die Planungen für 2022 nahezu unmöglich macht. Das Quartett hofft, das Jubiläumskonzert, gemeinsam mit den Fans am 23. April in Launsbach nachfeiern zu können.

Konzert am 23. April

Neben Jubiläums-Shirts, die bereits bedruckt sind, wollen »Mother’s Milk« an diesem Abend ein spezielles Set spielen. »Es soll locker und familiär werden. Deswegen haben wir auch ein Buffet geplant. Auch einige »Special Guests« sind dabei, mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten«, hält sich Drummer Siebert bedeckt.

Müdigkeitserscheinungen sind bei den vier Freunden und Musikern nicht zu erkennen, ebenso wenig bei ihren Vorbildern. »Die Mitglieder von »Red Hot Chili Peppers« werden auch bald 60 Jahre alt. Solange sie weiterhin so tolle Musik raushauen, sind wir dabei«, lautet der Tenor der sympathischen Band.

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