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»Knochentrockener« Abschied

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Dieser Sommer war der sonnenreichste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Foto: Jung © Jung

301 Sonnenstunden im Monat August und noch nicht mal 18 Liter Niederschlag wurden im Stadtgebiet Gießen registriert. Auch »Jelena« und »Karin« brachten keine Abkühlung.

Gießen. Der meteorologische Sommer endete am 31. August und verabschiedete sich in diesem Jahr »knochentrocken«, wie es ein Meteorologe ausdrückte. Das zeigte sich weiterhin auf den Feldern, als Landwirte ihrer Feldarbeit nachkamen und riesige Staubwolken hinter den schweren Maschinen herzogen, an braunem Rasen in den Gärten, ausgetrockneten Bächen und Rissen in Waldwegen.

Zum Teil waren es trostlose Bilder, die sich in der Landschaft aufgrund des Wassermangels und der Dürre auftaten. Dieser Sommer sei der sonnenreichste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung gewesen, meldeten die Meteorologen.

Erneute Hitzewelle

An der Wetterstation Gießen zeigte sich das auch: 301 Stunden schien die Sonne im achten Monat des Jahres 2022, informiert der Wetterdienst Q.met GmbH. Im vieljährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990 betrug die Sonnenscheindauer 189 Stunden, sodass eine Abweichung von 160,4 Prozent ermittelt worden ist. Nach einer kurzen Pause begann am 2. August eine erneute Hitzewelle. Auf 37,7 Grad stieg das Thermometer am 4. des Monats nach den Wetteraufzeichnungen, nachts kühlte es auf 17,1 Grad - ebenfalls ein Höchstwert - ab. Tropische Nächte zeigte die Wetterstation Gießen im Monat nicht an. 10,6 Sonnenscheinstunden gab es an diesem Tag und 3,8 Liter Niederschlag. An sechs Tagen fiel Niederschlag, im gesamten Monat kamen jedoch nur 17,9 Liter pro Quadratmeter zusammen. Das vieljährige Mittel für den letzten Sommermonat liegt bei 62 Litern, die Abweichung in Prozent beträgt für die Station Gießen 28,9 Prozent.

Abweichung von 28,9 Prozent

An drei Tagen wurden dort nur 0,1 Liter Niederschlag gemessen, einmal waren es 0,3 und einmal 0,5 Liter, was kaum zu spüren war und nur den Boden benetzte. 22 Tage ohne Wasser vom Himmel, die Dürre wurde überall sichtbar und bereitete den Menschen Sorge. Die höchste Menge Niederschlag registrierte das Messgefäß am 26. des Monats. Ein kräftiger Wind mit Sturmböen fegte über die Region und trieb die dunklen Wolken, aus denen es endlich regnete, vor sich her. Als höchste Windspitze hielt der Windmesser 22,1 Meter pro Sekunde fest, das sind immerhin fast 80 km/h und entspricht der Windstärke 9. 12,7 Liter Regen füllte die Regentonnen und Zisternen und sorgte für ein leichtes Aufatmen bei Gärtnern und Landwirten. Es erwies sich aber wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Ein Tag mal nicht mit der Gießkanne im Blumenbeet oder auf dem Friedhof unterwegs zu sein - die Betroffenen genossen es. Doch dann war wieder Schluss mit dem langersehnten Landregen.

»Jelena« und »Karin« hießen die Bösewichte, zwei Tiefs, von denen sich die Hitzegeplagten in der Mitte des Monats Abkühlung erhofften - doch die blieb bei 26,9 Grad ebenso wie der angekündigte Starkregen in der Region aus. Die 0,3 Liter Niederschlag, die stattdessen herunterkamen, machten sich nicht bemerkbar. Nur 2,9 Stunden schien die Sonne, der zweitniedrigste Wert im achten Monat. Es war schwül-warm, doch aus den dunklen Wolken kam nicht der erhoffte Regen.

Jelena und Karin

Nur wenige Minuten Sonnenschein bescherte uns der 27. August: 0,1 Stunden verzeichnet die Statistik an diesem Tag, dann ging es wieder aufwärts mit den sonnigen Abschnitten. Die große Hitze blieb bis zum Monatsende aus.

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