Koalition für Wohnungen auf Brauhaus-Gelände in Gießen

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GIESSEN - (olz). Dornröschenschlaf rund um den alten Brauhausturm in Wieseck. Noch. Denn die Koalition aus SPD, CDU und Grünen will den Magistrat beauftragen, den dort gültigen Bebauungsplan zu ändern. Bislang weist er das Areal als Gewerbegebiet aus. Doch mit einem Antrag, der am heutigen Dienstag im Bauausschuss auf der Tagesordnung steht, wollen die Koalitionäre ein Mischgebiet schaffen.

Anders gesagt: Wohnen auf dem ehemaligen Brauhaus-Gelände könnte bald möglich sein. Zumal sich auf Anfrage des Anzeigers bereits in der vergangenen Woche alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung in dieser Richtung ausgesprochen hatten. Grundsätzlich scheint man also einig zu sein in Sachen Brauhaus-Areal. Auch wenn es zwischen den einzelnen politischen Kräften durchaus unterschiedliche Meinungen zum Anteil von Wohnen und Gewerbe gibt.

Die Koalitionäre legen sich bei der Größenordnung nicht exakt fest. Allerdings wünschen sich die Partner, einen kleinen Teil des Gesamtareals für Wohnnutzung zu öffnen, während "der überwiegende Teil zur Ansiedlung von Gewerbe, sozialen und karitativen Nutzungen oder von Büroflächen zur Verfügung stehen" soll. Grundlage dieser Überlegungen ist das engere Zusammenrücken von Wohnen und Arbeiten. Seit Jahren zeichne sich, auch in der Stadt, eine entsprechende Nachfrage bei vergleichbaren Projekten ab. Die "Homeoffice"-Situation in der Corona-Pandemie habe diese Nachfrage noch beschleunigt. "Durch die Verkürzung zwischen Arbeitsplatz und Wohnung kann zudem ein Beitrag zur Reduzierung des innerörtlichen Verkehrs geleistet werden", so die Partner.

Räumlich verorten sie ihre Vorstellungen klarer. Der Magistrat soll "den rechtskräftigen Bebauungsplan 'WI 06/01 Teichweg/Kiesweg' dahingehend ändern, dass in dem an der Nordseite des Teichwegs und südlich der Hangelsteiner Straße (L3128) liegenden Teil des Gebietes (Kaiserberg, Flur 12) teilweise Wohnnutzung neben gewerblicher Nutzung auszuweisen ist. Im Ergebnis sollen in diesem Teilbereich Wohnungen im Rahmen gesetzlicher Vorgaben betreffend Lärm- und Geruchsemissionen zugelassen werden", heißt es im Antrag. Begleitend und ergänzend zum Bebauungsplanverfahren beauftragen die Koalitionspartner einen städtebaulichen Vertrag der Stadt mit dem Investor. Einzelheiten zur möglichen Bebauung und etwa der Einsatz erneuerbarer Energien sollen vertraglich festgelegt werden.

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