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Könnte »Kiss & Go« Lösung sein?

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Die aktuell komplizierte Verkehrssituation in der Weingartenstraße soll entschärft werden. © Jung

Der Lützellindener Ortsbeirat sorgt sich um die Sicherheit der Kita-Kinder in der Weingartenstraße. Bei der Sitzung außerdem behandelt wurden die Themen Lichtverschmutzung und Jugendraum.

Gießen . Beim Lützellindener Ortsbeirat begann Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (SPD) seine Besuche der Bürgervertretungen der Ortsteile. Er kündigte an, immer mal wieder die Stadtteilpolitiker aufsuchen zu wollen, um sich zu informieren, was vor Ort läuft. Denn hier würden interessante Themen behandelt, stellte der OB fest. So freue er sich über Signale, wie sie von der Bürgerinitiative »Lützellinden sagt Nein« kommen und die gehört werden und erfolgreich seien. Ende Februar wird er sich mit den Ortsvorstehern aller Stadtteile treffen, kündigte Becher an. Künftig werden nicht wie noch in der Vergangenheit ausschließlich bestimmte Dezernenten Ansprechpartner für die Ortsbeiräte sein, sondern auch Fachleute aus der Verwaltung die Sitzungen bei bestimmten Themen besuchen, erläuterte er auf Anfrage von Ortsvorsteher Markus Sames (CDU). Schnellere Rückantworten aus dem Stadthaus zu Anträgen der Lützellindener wünscht sich zudem Dr. Reiner Hofmann (BfL).

Durch Ansprache von Bürgerinnen und Bürgern entstand ein Berichtsantrag der CDU zum Verkehr in der Weingartenstraße vor der Kindertagesstätte »Die Wilde 13« und dem »Kinderland«. Wie künftig für die Verkehrssicherheit der Kinder in diesem Bereich gesorgt werden soll, beschäftigt den Ortsbeirat. Die Kleinen müssen die Straße überqueren, um das Außengelände zu erreichen. Wie es denn mit »Kiss & Go« - markierte Plätze in der Nähe von Schulen und Kitas, wo die Eltern ihre Kinder aussteigen lassen, die dann ein kurzes Stück zu Fuß weitergehen - aussieht, will der Ortsbeirat erfahren. Letztlich soll auch berichtet werden, wo die Mitarbeiterinnen ihre Autos abstellen können. Im Moment würden die Parallelstraßen zugeparkt, sagte Antragsteller Carsten Zörb (CDU). Der Zeitpunkt des Erstbezugs der gelben Container sei dem Ortsbeirat nicht bekannt, so der Ortsvorsteher. Annette Arnold (Grüne) sprach von Sommer.

Im Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Rechtenbacher Hohl bestehen zur Lichtverschmutzung keine Festsetzungen. Im Nachhinein könnten keine verbindlichen Vorgaben mehr gemacht werden, um die momentane Beleuchtungssituation zu reduzieren, teilte die Stadt dem Ortsbeirat mit. Der hatte gebeten, die Belastung von Mensch und Natur durch Lichtsmog am Rande des Stadtteils durch entsprechende Vorgaben an ansässige Unternehmen zu reduzieren. Nicht zufrieden zeigte sich Dr. Reiner Hofmann mit der Antwort. Die Hauptverursacher der Lichtverschmutzung im Gewerbegebiet sollen nun vom Ortsbeirat in Erfahrung gebracht und dem Amt für Umwelt und Natur genannt werden, schlug Stadträtin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) vor. Das Amt werde dann die Firmen zu störenden Lichtquellen beraten. Einige Ortsbeiräte wollen sich bei Dunkelheit die Situation ansehen.

Sie finde es toll, wenn die Schule im Ort verwurzelt sei, freute sich die neue Schulleiterin der Lindbachschule, Esther Delatrée. Diese besuchen derzeit rund 100 Schülerinnen und Schüler in sechs Klassen. 13 Kräfte unterrichten an der Schule, die zweizügig ist. Es würden mehr Räume gebraucht, formulierte die Leiterin einen der zahlreichen Wünsche, die derzeit in den Gremien bearbeitet werden.

Gute Nachrichten brachte Markus Barbir von der Aufsuchenden Jugend- und Sozialarbeit bei der Stadt mit: Es gab nach den Vorfällen am Backhausvorplatz mit Jugendlichen (der Anzeiger berichtete) im vergangenen Jahr ein Treffen mit jungen Menschen. Was fehlt, was da ist und was zu organisieren ist, besprach der Mitarbeiter mit ihnen. Daraus entstand eine Kooperation mit dem CVJM Lützellinden zur Einrichtung eines Jugendzentrums. Ein Raum im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde wird dafür einmal in der Woche am Samstagabend zur Verfügung gestellt. Junge Mitarbeiter sollen zur Betreuung angeleitet werden. Bislang hätten soziale Kontakte gefehlt und es gab keine Veranstaltungen, bemängelten die Jugendlichen, unter denen allerdings keine der Randalierer vom Backhausvorplatz waren. Markus Barbir erhofft sich eine indirekte Kontaktaufnahme und dass sich eine Jugendkultur im Stadtteil entwickelt. Helfende Hände würden dazu gebraucht, sagte Uwe Schmidt (BfL), der im CVJM-Vorstand mitarbeitet.

Als weiterer Tagesordnungspunkt war sich der Ortsbeirat einig, dass die Schäden am Feldweg Richtung Hörnsheim beseitigt werden müssen.

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