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Komplette Neugestaltung

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Über die neue Bibliothek freuen sich nicht nur die Kinder: Stadträtin Astrid Eibelshäuser (rechts hinten) sowie Alexander Demler (links) und Jutta Müller (rechts) vom Hochbauamt sind vom Ergebnis begeistert. Foto: Volpe © Volpe

Sicherlich wird die alte Bibliothek der Ludwig-Uhland-Schule in Gießen bei ihren Nutzerinnen und Nutzern stets im Gedächtnis bleiben, doch ist sie nun nichts mehr als ein Andenken.

Gießen (alv). »Ist die Zeit auch hingeflogen; die Erinn’rung weicht nie«, schrieb Ludwig Uhland einst. Sicherlich wird die alte Bibliothek der nach dem Dichter und Literaturwissenschaftler benannten Grundschule in Gießen bei ihren Nutzerinnen und Nutzern stets im Gedächtnis bleiben, doch ist sie nun nichts mehr als ein Andenken; die jungen Schüler erhielten im Zuge des umfassenden Sanierungsprozesses der gesamten Schule ein komplett neues Gebäude - inklusive gemütlichem Lese- und Aufenthaltsraum.

Nach einer bereits erfolgten Sanierung in den Jahren 2017/18 wurde der Nordtrakt, das Gebäude B, zunächst ausgespart. Die Decken aus den 50er Jahren seien nicht mehr tragfähig, gar brüchig gewesen, hieß es in einer Pressemitteilung. Nun konnte Anfang 2022 durch das »Investitionsprogramm des Bundes zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder« mit knapp 280 000 Euro eine komplette Neugestaltung des gesperrten Bereichs fertiggestellt werden: Sowohl die Decken wurden mit Stahlträgern verstärkt als auch die Fenster, Türen, Heizkörper und Waschbecken modernisiert.

Dadurch entstand nicht nur eine neue Bibliothek: Ebenso können sich die Kinder in einem Kreativraum im Werken oder Töpfern ausprobieren und in der neuen Küche kann gesunde Ernährung gelehrt werden. Astrid Eibelshäuser, Stadträtin in Gießen und zuständig für das Dezernat III, betont die besondere Rücksichtnahme auf kindgerechte Ausstattung und die vielfältigen neuen Entwicklungsmöglichkeiten der Schulkinder. Durch die helle Einrichtung, die einheitlichen Pastelltöne, entsteht ein großzügiges Raumgefühl; selbstverständlich auf 90 Quadratmeter Fläche im obersten Stockwerk.

Ein Ort der Ruhe

Eine Rückzugsmöglichkeit soll der Leseraum sein. Ein Ort der Ruhe, ein Angebot, dem Schulstress zu entfliehen und in die Welt der Bücher abzutauchen. Anke Fink, die Konrektorin der LUS, sei mehr als glücklich über die positive Rückmeldung der Schulkinder, denn das Angebot wird seit der Fertigstellung zahlreich angenommen. Sogar eine Bibliotheksführung machen die Erstklässler, um schon in jungen Jahren an Literatur herangeführt zu werden.

Daniela Hermesmeier kümmert sich als schulinterne Bibliothekarin um die Bücher und betreut Kinder im Ganztagsangebot, die ihren Nachmittag gerne mit Lesen verbringen möchten. Der Bestand von 4500 Büchern ist stets im Wandel, denn der Schulleitung ist Aktualität besonders wichtig, betont Frau Fink. »Gerade haben wir ein Kinderbuch über Demokratie dazubekommen«, schildert die Bibliothekarin mit einem Funkeln in den Augen. Oft seien es Spenden der Kinder, Eltern oder Externen, die Einzug in die Bücherregale fänden, wobei Wünsche der Kleinsten ebenso beachtet werden.

Die Bauarbeiten auf dem Gelände der LUS sind noch lange nicht abgeschlossen, eine neue Mensa befindet sich im Bau. Die Gesamtkosten werden sich auf 4,5 Millionen Euro belaufen. Die Fertigstellung ist für Sommer diesen Jahres terminiert. Frei nach Uhland flog die Zeit nur so, die Erinnerung an die alten Gebäude wird wohl bleiben; die Vorfreude aller Beteiligten auf die neuen aber ist um Einiges größer.

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