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Konfliktpotenzial Heizkosten

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Gießen (red). »Betriebskostenabrechnungen können immer wieder ein Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern werden«, weiß Christine G. Wagener, Vorsitzende der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus und Grund Gießen. Im Zweifelsfall helfe hier Kommunikation statt Konfrontation, wird in einer Pressemitteilung betont.

Die Abrechnungen der nächsten Jahre hätten besonders viel Konfliktpotenzial: Habe der Vermieter beispielsweise bis vor kurzem noch rund 1500 Euro für die Tankfüllung Heizöl bezahlt, müsse er unter Umständen 2022 dem Lieferanten mehr als das Doppelte überweisen. Das wiederum mache sich in der darauffolgenden Heizkostenabrechnung deutlich bemerkbar. Heiz- und Warmwasserenergie werde sich - unabhängig davon, um welche Art Brennstoff es sich handelt - in Zukunft nur noch zu höheren Preisen einkaufen lassen.

Vorkasse

Als Vermieter tritt der Hausbesitzer für alle Betriebskosten zunächst in Vorkasse; mit den monatlichen Vorauszahlungen seiner Mieter wird das Konto nach und nach wieder ausgeglichen. Hat sich in der Betriebskostenabrechnung eine höhere Nachzahlungsforderung ergeben, darf der Vermieter auf Basis dieser Abrechnung auch eine höhere monatliche Vorauszahlung verlangen, wird erläutert. Die Vorauszahlung erhöhe sich in der Regel um 1/12 der nachgeforderten Summe. »Wir raten daher unseren Mitgliedern ebenfalls, die Abrechnung so bald wie möglich nach Ende des Abrechnungszeitraums zu erstellen. Nur dann kann zeitnah eine Anpassung der Vorauszahlung erfolgen«, berichtet Geschäftsstellenleiterin Andrea-Barbara Walker aus ihrer täglichen Praxis.

Die höheren Brennstoffkosten werden sich in vielen Fällen noch nicht in der Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2021 auswirken. Die konkret zu erwartenden Kostenerhöhungen oder bereits eingetretene Kostensteigerungen dürfen bei der Neuberechnung der monatlichen Vorauszahlungsbeträge jedoch berücksichtigt werden. Diesen Zuschlag muss der Vermieter nachvollziehbar begründen. Daher haben Hausbesitzer und Vermieter durchaus Handlungsspielraum. Der Verein Haus und Grund Gießen empfiehlt ihnen, das Gespräch mit ihren Mietern zu suchen. Ziel ist es, das Problem zu erklären und gemeinsam eine verbindliche Lösung zu finden. In der Regel fällt es einem Mieter leichter, die monatliche Vorauszahlung um einen moderaten Betrag anzupassen, als am Ende der Abrechnungsperiode eventuell eine größere Summe nachzahlen zu müssen.

»Auch für viele der von uns vertretenen Kleinvermieter ist es nicht immer einfach, mehrere Tausend Euro für die Pellet- oder Öllieferung auf den Tisch zu blättern. In einem gedeihlichen Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter sollte man daher immer zu einem Gesprächsergebnis kommen, das beide Seiten zufriedenstellt«, so Wagener.

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