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Kuchen, Kaffee und Klatsch

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Als Deutschordens-Ritter Jörg von Treu führte Peter Meilinger die Gäste über das Gelände. Foto: Jung © Jung

Etwa 100 Männer und Frauen aus den sechs städtischen Seniorentreffs erlebten einen unterhaltsamen Nachmittag auf dem Gießener Hausberg - einschließlich einer Begegnung mit Ritter von Treu.

Gießen. »Gut, dass es wieder möglich ist«, sagte Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher den Seniorinnen und Senioren, die, geschützt durch Sonnenschirme, vor dem Schiffenberg-Restaurant auf ihn gewartet hatten. Und die älteren Frauen und Männer, etwa 100 waren von den sechs städtischen Seniorentreffs gekommen, stimmten ihm kopfnickend zu. Endlich konnten sie wieder zusammensitzen, plaudern und nahmen gerne die Einladung zu einem gemütlichen Nachmittag an, veranstaltet vom Seniorenbüro der Stadt.

Als »einen großen Schritt«, bezeichnete der OB den geschaffenen barrierefreien Zugang zur Gaststätte. Die Treppenstufe wurde entfernt, und so können Gehbehinderte jetzt den Weg in das Restaurant und zur Toilette ohne Hindernisse zurücklegen. Die Stadt hatte die Bitte des Arbeitskreises für Behinderte erhört und gehandelt, was allgemein mit Freude zur Kenntnis genommen wurde.

Es herrschte eine freudig-fröhliche Stimmung, viel Stimmengewusel war zu hören. Schließlich hatte Corona jegliche Kontakte lange unterbunden und jetzt galt es, viel auszutauschen. Seniorentreff-leiter Christoph Brumhard blickte auf die vergangenen zwei Jahre zurück und stellte fest, dass die Pandemie an den älteren Menschen nicht spurlos vorübergegangen sei. Jetzt gelte es, alles wieder allmählich aufzubauen, die Spuren zu beseitigen. Erschwerend hinzu gekommen sei der Krieg in der Ukraine, viele Menschen hätten Angst.

Pandemie hat Spuren hinterlassen

Bei manchen Senioren hätten sich Depressionen eingestellt oder vorhandene seien schlimmer geworden. Aufgabe der Seniorentreffleiter war es in der schwierigen Zeit, die Netzwerke »am Laufen zu halten« und Kontakte, überwiegend telefonisch, aufrechtzuerhalten. Brumhard sieht derzeit eine Besserung, das kostet allerdings Aufwand und Energie.

Becher sprach auch das Thema Impfung an. »Lasst euch die vierte Impfung geben«, appellierte er an die Gäste. Sie ist für ihn eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das normale gesellschaftliche Leben aufrechterhalten werden könne. »Wir erleben ja gerade gemeinsam, wie gut uns das Wiedersehen und die Begegnungen tun«, bekräftigte er. Die Gäste nutzten den Besuch des Oberbürgermeisters auch, um ihm ein paar Anregungen mitzugeben. Heidi Schnatz tanzt gerne, und sie würde es begrüßen, wenn es für die älteren Menschen eine Tanzgelegenheit, die derzeit gänzlich fehlt, geben würde. Sie ist froh, dass ein Treffen untereinander endlich wieder möglich war. Sozialdezernent und ehrenamtlicher Stadtrat Francesco Arman sprach ebenfalls Grußworte und dankte den Beteiligten, die den Nachmittag ermöglicht hatten.

Nach dem Mittagessen begann ein kleines Programm. Stadtführer Peter Meilinger schlüpfte in das Gewand des Deutschordens-Ritters Jörg von Treu und führte die Gäste in kleinen Gruppen über das Gelände und durch die Basilika. Die erfuhren Einblicke in die Geschichte des Klosters und das Leben der Menschen. Christoph Brumhard sang mit den Frauen und Männern, zudem gab es Bewegungsspiele. Viereinhalb Stunden Gemeinsamkeit vergingen wie im Flug und alle freuten sich, endlich wieder in dieser Runde zusammenzusitzen - nachmittags noch bei Kaffee und Kuchen.

Unterstützung leisteten Frauen und Männer vom Verein Ehrenamt bei der Betreuung der Gäste.

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