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Küssen, bis das Zelt steht

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Von: Ursula Hahn-Grimm

Gießen (uhg). »Lovers against lions« (Liebhaber gegen Löwen) lautet der Titel einer kollektiven Performance des Brasilianers Guilherme Morais, die jetzt im Rahmen des Gießener Kunstfestivals Giennale gezeigt wurde. Völlig unvermittelt fingen am Dienstagnachmittag im Türmchen zwei Personen an, sich ununterbrochen zu küssen, sie vollführten einen wilden gemeinsamen Tanz, rollten auf dem Boden, bis sie auf dem Kirchenplatz vor einer Reihe von Campingtaschen liegen blieben.

Ein zweites Paar hatte sich mittlerweile hinzugesellt.

Für Aufregung der überraschten Passanten war gesorgt, zumal es sich bei den Pärchen um zwei Männer auf der einen und zwei Frauen auf der anderen Seite handelte. Ohne das Küssen zu unterbrechen, begannen die beiden Paare, eine Barrikade mit mehreren Zelten aufzubauen, immer unter der schwierigen Voraussetzung, mit dem Mund verbunden zu bleiben. Dabei gelang es den beiden ohne die Möglichkeiten der verbalen Kommunikation, Zelte aufzubauen und mit ihnen über den Platz zu laufen, bis sie einen geeigneten Standplatz gefunden hatten.

Am Schluss standen alle Zelte, die Aufregung hatte sich mittlerweile gelegt und die jungen Akteure erhielten Applaus für ihre Geschicklichkeit und ihre Performance.

Die Giennale, das soziokulturelle Kunstfestival in Gießen, läuft noch bis zum morgigen Samstag mit einer Vielzahl von Aktionen, Ausstellungen und Konzerten. Alle Infos dazu gibt es im Internet unter www.giennale.de.

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