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Kultur schaffen und vermitteln

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Hans Sarkowicz hat vom Fachbereich 05 der JLU die Ehrendoktorwürde verliehen bekommen. © hr/Sebastian Reimold

Gießen (red). Hans Sarkowicz schlägt die Brücke von der Theorie zur Praxis. Für sein facettenreiches Werk und sein herausragendes Engagement für Kunst und Literatur verleiht der Fachbereich 05 - Sprache, Literatur, Kultur der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) - dem Programmchef hr2-kultur die Ehrendoktorwürde. Die Verleihung erfolgt im Rahmen der Tagung »Deutschsprachiger Rundfunk im Exil - Deutsche Emigrantinnen und Emigranten und die Rundfunkarbeit im Widerstand gegen das nationalsozialistische Deutschland (1933-1945)«, die bis morgen an der JLU stattfindet (siehe Meldung auf dieser Seite).

Die internationale Tagung wird von den Gießener Germanisten Prof. Carsten Gansel und Prof. Sascha Feuchert, Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur, in Verbindung mit Prof. Roland Innerhofer, Wien, und Hans Sarkowicz, Hessischer Rundfunk (hr) Frankfurt, veranstaltet.

»Hans Sarkowicz ist nicht nur in seiner Rolle als Verantwortlicher Leiter des Programmbereichs Kultur und Hörspiel sowie als Programmchef hr2-kultur und Ressortleiter des Tagesprogramms hr2-kultur einer der wichtigsten Förderer von Kunst und Literatur im öffentlichen Rundfunk«, heißt es in der Begründung des Fachbereichs 05. Er habe seit Jahrzehnten als Forscher auch die literarische Praxis bereichert und sein Wissen an die Studierenden weitergegeben. Sein Werk zeichne sich dadurch aus, dass es sich im besten Sinne um »Literatur für Leserinnen und Leser« handelt. Darüber hinaus habe Sarkowicz über Jahrzehnte hinweg durch seine gründliche Archiv- und Quellenarbeit mit dazu beigetragen, »weiße Flecken« der philologischen Forschung zu füllen, ergänzt Professor Gansel als Mitveranstalter der Tagung, der auch die Laudatio halten wird.

Lebenslauf

Hans Sarkowicz, Jahrgang 1955, schloss sein Studium der Germanistik, Geschichte und Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt 1979 mit dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Seit dem 1. Dezember 1979 ist er beim Hessischen Rundfunk in verschiedenen Positionen tätig, derzeit als Programmchef von hr2-kultur, der Hörfunk-Kulturwelle des hr sowie Leiter des Ressorts Literatur und Hörspiel. Er ist Initiator der Hörbuch-Bestenliste und des Preises »Hörbuch des Jahres«. Mit Heiner Boehncke gründete er »Literaturland Hessen« als einen überregionalen Verbund von Literaturinstitutionen im Bundesland. Sarkowicz ist Geschäftsführer der hr-Verwertungstochter hr Media und Ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zuhören unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und JLU-Alumnus Dr. Frank-Walter Steinmeier, die 2002 von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Landesmedienanstalten und der Firma Sennheiser gegründet wurde, um die Kulturtechnik des Zuhörens in Kindertagesstätten, Schulen und Bildungseinrichtungen für Erwachsene zu fördern.

Seit dem Jahr 2004 hat Sarkowicz verschiedene Lehraufträge an den Universitäten in Frankfurt, Gießen und Marburg mit dem Schwerpunkt literarische Praxis übernommen. Seine umfangreiche Publikationsliste umfasst neben Buchveröffentlichungen zu historischen, kulturgeschichtlichen und politischen Themen und Biografien (u.a. über Erich Kästner und Heinz Rühmann) zahlreiche Aufsätze und Hörbücher.

Sarkowicz ist Mitglied im Beirat für den Hessischen Kulturpreis, Juror beim Grimmelshausen-Preis, beim Thüringer Literaturpreis, beim Luise-Büchner-Preis für Publizistik und beim Hessischen Verlagspreis. Er selbst wurde für sein Werk und sein kulturelles Engagement vielfach geehrt: u. a. mit dem Schneider-Preis, der Auszeichnung »Hessen-Buch des Jahres« (zweimal) und dem Hörbuchpreis (zweimal). Sarkowicz ist Träger des Hessischen Verdienstordens und des Bundesverdienstkreuzes.

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