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Peter Seharsch (Mitte) wurde von Landrätin Anita Schneider und Bürgermeister Julien Neubert mit der Ehrenurkunde des Landes Hessen ausgezeichnet.

»Kulturell prägend für die Region«

LICH (hsch). Hohe Würdenträger waren am Sonntag im Künstlerhaus Seharsch zu Gast. Landrätin Anita Schneider und Bürgermeister Julien Neubert waren erschienen, um die Ehrenurkunde des hessischen Ministeriums für Kunst und Kultur zu überreichen. Ministerin Angela Dorn war verhindert, den formalen Akt nahm Neubert vor. Der Künstler zeigte sich erfreut und bewegt.

Der Bürgermeister freute sich besonders, da er die Verleihung der Urkunde beim Ministerium beantragt hatte, die »nur einem ganz erlesenen Kreis von Künstlern in Hessen verliehen wird«. Seharsch sei der Richtige dafür, weil er sich auch für die Kunst und Kunstinteressierte vor Ort engagiere und viele Kurse anbiete. Ebenso engagiere er sich für die Heimat und soziale Zwecke. »Dieses besondere Engagement und sein Erfolg machen es aus, dass Peter Seharsch heute diese besondere Auszeichnung (»Für besondere Verdienste um das kulturelle Leben in Hessen«) zuteil wird.« Die Bilder des 77-Jährigen »hängen weit über Hessen hinaus nicht nur in Wohnzimmern, sondern auch in öffentliche Räumen.«

Neubert erinnerte an die Biografie des im Sudetenland geborenen Künstlers, die von Vertreibung und Flucht geprägt sei, sowie an das aktuelle 45-jährige Jubiläum seiner Galerie. »Ich bin davon überzeugt, dass du in den nächsten Jahren hier sehr schöpferisch aktiv sein wirst«, sagte der Bürgermeister. Seharschs Kunst sei »etwas ganz Besonderes«, sie habe sich entwickelt, »so wie du dich als Mensch entwickelt hast.« Seine erste Begegnung mit Seharsch Kunst sei »in der Kindheit bei einem Besuch des Hessentages« gewesen.

Neubert zeichnete die künstlerische Entwicklung Seharschs nach: von »Bauernmalerei über die Gegenständliche und Landschaftsmalerei bis hin zur abstrakten Kunst.« Auch in dieser Wandlung liege ein Grund für die Auszeichnung: »Es ist eine Mischung, auf die wir alle stolz sein können.«

»Es sind ja vorwiegend Menschen, die eine Region prägen. Und vor allem solche Menschen, die kulturell aktiv sind, prägen sie in ganz besonderem Maße«, sagte Landrätin Anita Schneider. Sie sei auch stolz darauf, »dass wir einen solchen Einfluss von Kultur hier in unserer Region haben. Sie ist vielfältig und auch über die Region hinaus bekannt.« Zu den Aktiven zähle Seharsch. »Ganz wichtig ist die enge Verbundenheit mit dem Kloster Arnsburg«, sagte sie mit Blick auf den Freundeskreis Kloster Arnsburg, deren Vorsitzende sie ist. »Es ist eine Idylle, die durch das Schaffen von Peter Seharsch noch einmal in ganz besonderer Weise stilisiert wird. « Sie lobte, dass Seharsch und seine Frau sich so intensiv für das Kloster einsetzten. »Ohne die Galerie Peter Seharsch dort würde etwas fehlen.« Schneider erwähnte auch die Gründung der Oberhessischen Bauernmalschule durch Seharsch 1978. »Und es geht immer darum, dass Kunst und Kultur standortprägend sind, und solche Künstler machen unseren Landkreis zu einem ganz besonderen,« betonte sie.

»Die Auszeichnung ehrt mich sehr,« sagte der Künstler. »Und da die Ministerin viele Termine hat, habe ich mir etwas einfallen lassen.« Damit übergab er Schneider und Neubert je ein Exemplar des Jubiläumskatalogs, in den seine Dankesrede eingefügt war. Er will aus diesem Anlass zehn seiner Werke einer karitativen Organisation zur Versteigerung schenken, die den Erlös für ihre Zwecke verwenden möge. Ansonsten freute sich der Maler,, mit seiner nächsten Reise auf die Kanarischen Inseln »ein ganz neues, aufregendes kreatives Kapitel« aufzuschlagen.

Überdies übergab er Marion Knorr vom Vorstand des Freundeskreises Arnsburg, »dem ich viel zu verdanken habe, aus Freude und großer Dankbarkeit« bei dieser Gelegenheit eine Spende von 500 Euro.

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