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»Lebendiger Ort« in neuem Glanz

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Erweitert und verbessert: Gerda Weigel-Greilich, Egon Wielsch (Abteilungsleitung Kinder- und Jugendförderung, Jugendschutzbeauftragter) und Astrid Eibelshäuser eröffnen das neugestaltete »Jokus«. © Kremer

Das Jugend- und Kulturzentrum »Jokus« in Gießen kann nach dem Umbau wieder voll genutzt werden. Durch die Verlegung des Haupteingangs ist auch das »Café Queer« neu geschaffen worden.

Gießen . Nach gut fünfjährigen Umbau- und Renovierungsarbeiten feierte das Jugend- und Kulturzentrum »Jokus« nun zwar keine Neueröffnung, aber eine »erweiterte, verbesserte, sanierte Eröffnung«, verdeutlichte Stadträtin Gerda Weigel-Greilich (Grüne). Seit 1984 sei das »Jokus« die zentrale Jugendeinrichtung in Gießen und leiste »wirklich mit überschaubaren Mitteln und Ressourcen hervorragende Arbeit«. Das sollte am Samstag auch mit einer Party, einem vielfältigen Workshop-Angebot und schließlich der »Langen ›Jokus‹-Nacht« mit einem Programm von DJ Tammo gewürdigt werden.

Die Abteilung Kinder- und Jugendförderung mit ihren Sachgebieten und Arbeitsbereichen (Jugendbildungswerk, Jugendpflege, Aufsuchende Jugendsozialarbeit, Präventiver Jugendschutz sowie Jugend- und Kulturzentrum) macht unter dem Motto »Alles unter einem Dach - für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene« vielfältige Freizeit-, Bildungs- und Unterstützungsangebote. Außerdem kann die Bühne für Kulturveranstaltungen genutzt werden. Für die haupt- und nebenberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind obendrein Fort- und Weiterbildungen Teil des Portfolios.

Nach den umfangreichen Baumaßnahmen erscheint das Jugendzentrum nun mit einer neuen Brandschutzanlage, einem barrierefreien Zugang zum Erdgeschoss und zusätzlichem Raum in neuem Glanz. Auch die Außenanlage wurde durch das Gartenamt attraktiv neu gestaltet, dabei sind neue Aufenthaltsbereiche, Rasenflächen, neue Zaunanlagen, über 50 Fahrradstellplätze sowie eine mosaikgepflasterte Terrasse entstanden. Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) zeigte sich stolz über die »deutliche Attraktivitätssteigerung«. Die baulichen Aktivitäten hätten von allen viel Geduld erfordert. Jetzt wünsche sie »ein gutes Gelingen für alles, was Sie vorhaben«, verbunden mit der Hoffnung, das »Jokus« möge zu einem »lebendigen Ort in Gießen« werden.

Bereits seit 2003 ist auch das »Café Queer« fester Bestandteil des Kultur- und Jugendzentrums, damals sei es politisch noch deutlich schwieriger gewesen, ein solches Angebot einzurichten. In Kooperation mit »pro familia« konnte das Café, das als Begegnungsraum für schwul, lesbisch, bisexuell, intersexuell und transgender lebende Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre dient, ins Leben gerufen werden. Noch immer hat das Café in der Region einen Alleinstellungscharakter.

Durch die Verlegung des Haupteingangs ist das »Café Queer« nun noch einmal neu geschaffen worden. Dienstags und donnerstags von 18 bis 21.45 Uhr werden dort Film- und Gesprächsabende für queere Menschen organisiert. »Viele Jugendliche haben keinen Schutzraum«, erklärt Julia Urban (dey/sie) von der Café-Leitung. »Wir können hier so sein, wie wir sind«, das sei »draußen« nicht immer möglich. Auch das wurde bei der Gestaltung des Raumkonzepts im »Jokus« mitbedacht, von außen ist das Café deshalb kaum zu erkennen. »Wir wollen ja auch niemanden fremd-outen«, bemerkt Urban. Ziel sei es, »für jeden Jugendlichen einen Ansprechpartner zu haben, daher sind wir so ein diverses und vielfältiges Team«, ergänzt Adrian Lenz (er/sie). Und fügt hinzu: »Wir sind hier nicht hinter verschlossenen Türen, sondern am Puls der Jugendarbeit.«

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