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Prof. Marietta Auer

Leibniz-Preis für »herausragende fachliche Expertise«

Gießen (red). Prof. Marietta Auer erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2022 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die mit 2,5 Millionen Euro dotierte Auszeichnung gilt als wichtigster deutscher Forschungsförderpreis und wird einmal im Jahr an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen. JLU-Präsident Joybrato Mukherjee gratulierte der Rechtswissenschaftlerin unmittelbar nach Bekanntgabe:

»Ich freue mich sehr, dass mit Prof. Auer eine so profilierte und international hochangesehene Rechtswissenschaftlerin ausgezeichnet wird. Sie steht für eine herausragende fachliche Expertise auf dem Gebiet der Rechtstheorie und Rechtsgeschichte ebenso wie für ein beispielhaftes Engagement in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Netzwerken.« Marietta Auer ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Frankfurt am Main und hat gleichzeitig die Professur für Privatrecht sowie internationale und interdisziplinäre Grundlagen des Rechts an der JLU inne. Nach einem gemeinsamen Berufungsverfahren von Max-Planck-Institut (MPI) und JLU hatte die renommierte Rechtswissenschaftlerin am 1. September 2020 ihre Tätigkeit in Frankfurt aufgenommen, ist aber der JLU gemäß Kooperationsvereinbarung weiterhin wissenschaftlich eng verbunden - über gemeinsame Forschungsvorhaben, in der Lehre sowie durch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, informiert die JLU in einer Pressemitteilung. Sie erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Rechtstheorie und der Rechtsgeschichte, »mit denen sie zur Herausbildung eines umfassenden rechtsphilosophischen Verständnisses des Privatrechts im Verhältnis zum öffentlichen Recht beigetragen hat«.

Längere Aufenthalte an der »Harvard Law School«

Marietta Auer wurde 1972 geboren, hat ihre juristischen Examina in München absolviert, wurde dort promoviert und habilitierte sich in München, beides unter Betreuung von Claus Wilhelm Canaris. Sie hat zwei längere Aufenthalte an der »Harvard Law School« (Cambridge/USA) absolviert, im Jahr 2000 erwarb sie dort den »Master of Laws« (LLM), im Jahr 2012 den »Doctor of Science of Law« (SJD). Zusätzlich hatte sie in München ein Studium der Philosophie und Soziologie abgeschlossen.

Nach ihrer Habilitation 2012 erhielt sie einen Ruf an die JLU, wo sie von 2013 bis 2020 die Professur für Bürgerliches Recht und Rechtsphilosophie innehatte und zugleich ins Direktorium des Rudolf-von-Jhering-Instituts für Juristische Grundlagen der JLU eintrat. Von 2016 bis 2019 war sie Dekanin des Fachbereichs Rechtswissenschaft der JLU. Ihre Forschungen konzentrieren sich auf das Bürgerliche Recht und die Rechtstheorie. Nicht zuletzt wegen ihrer weithin sichtbaren Publikationen sei Marietta Auer zu zahlreichen Mitgliedschaften in Fachgesellschaften, Beiräten und gutachterlichen Tätigkeiten berufen worden, heißt es weiter.

Preise für Bücher und gute Lehre

Die Hochschullehrerin wurde bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Fakultätspreis der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München (2004), zweimal für ein »Juristisches Buch des Jahres« (2005, 2015), mit dem Preis für gute Lehre an Bayerns Universitäten (2006) und dem Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen des Rechts und der Wirtschaft (2017). Zudem war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin (2019 bis 2020).

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