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Lern- und Bildungsangebote beleuchtet

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Der Vortragsraum des Freiwilligenzentrums ist zum Auftakt der Reihe »Starke Eltern - Starke Kinder« voll besetzt. © Czernek

Ein Vortrag von Lenka Schneider war der Auftakt der Reihe »Starke Eltern - Starke Kinder«, die die Deutsch-Kurdische Gesellschaft in Gießen ab sofort in regelmäßigen Abständen anbieten wird.

Gießen . Das deutsche Schulsystem ist schon für viele Deutsche nur schwer verständlich, umso komplexer ist dies für Personen, die aus einem anderen Kulturbereich kommen. Einblicke in das hessische Schulsystem gab Lenka Schneider vom Staatlichen Schulamt Mitgliedern und Interessierten der Deutsch-Kurdischen Gesellschaft Gießen im Freiwilligenzentrum.

Schneider unterrichtet an der Brüder-Grimm-Schule und arbeitet im Staatlichen Schulamt im Bereich der Sprachförderung für Kinder, deren Herkunftssprache nicht Deutsch ist. So betreut sie die Intensivklassen im Gießener Schulamtsbezirk und konnte daher für diesen Bereich kompetent Auskunft geben. Sie erläuterte die verschiedenen Wege und Voraussetzungen, die zu einem Schulabschluss in Hessen führen, vergaß dabei aber nicht zu erwähnen, dass Bildung in Deutschland Ländersache sei und daher die Bildungswege in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich sind.

»Hier in Hessen gibt es den Elternwillen und der muss von der Schule beachtet werden. Das ist sehr wichtig«, betonte sie und gab hilfreiche Tipps für die Gestaltung der schulischen Bildung. Sie verwies auch auf die Möglichkeit des muttersprachlichen Unterrichts, der jedoch vor allem in Großstädten angeboten werde.

Mehmet Tanriverdi, Ehrenvorsitzender der Gesellschaft, wies in diesem Zusammenhang auf den Fakt hin, dass dies nicht für kurdisch in Hessen gilt. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden wies 2019 eine Klage auf muttersprachlichen Unterricht mit der Begründung ab, dass es im Ermessen der Schulverwaltung stehe, das Bildungsangebot im Rahmen begrenzter Ressourcen zu organisieren. In dem Urteil heißt zudem, dass Kurden auch keine nationale Minderheit seien, die nach dem Völkerrecht besonderen Schutz in Deutschland verdienen.

Der Vortrag war der Auftakt der Reihe »Starke Eltern - Starke Kinder«, die die Deutsch-Kurdische Gesellschaft in Gießen ab sofort in regelmäßigen Abständen anbieten wird. Ziel ist es, die verschiedenen Lern-und Bildungsangebote für Eltern und Kindern mit kurdischen Wurzeln zu beleuchten. Hierzu hat die Projektleiterin Selin Hatay eine Vielzahl von Vorträgen, Seminaren und Workshops erarbeitet.

Die Kampagne »Starke Eltern - Starke Kinder« wird vom hessischen Landesprogramm »WIR-Vielfalt und Teilhabe« unterstützt, bei dem Bürger mit Migrationshintergrund im Fokus stehen und das die Partizipationschancen von ihnen erhöhen möchte. Weitere Informationen zum Angebot der Deutsch-Kurdischen sind auf www.dkg-giessen.de zu finden.

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