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Lichtblicke in dunklen Zeiten

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Gießen (red). Rund 90 Gäste wohnten in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (EFG) Gießen dem Release-Konzert der Singer- und Songwriterin Lisa Bender bei. Die 29-Jährige hat kürzlich ihr zweites Album »In völlig neuem Licht« veröffentlicht.

»Glaubst du daran, dass man Hoffnung hören kann?«, fragte die gebürtige Sächsin zu Beginn ihres Konzerts ins Mikro, nachdem sie und die Band unter Applaus des Publikums auf der mit vielen kleinen Lichtern geschmückten Bühne Platz genommen hatten. Und schon fingen ihre Finger an, mal sanft, mal kräftig über die Tasten des großen weißen Flügels zu gleiten.

Lieder mit Namen wie »Hoffnungsgeber«, »Sei getrost, ich bin dein Gott« und »Der Platz neben mir«, die allesamt aus der Feder der jungen Musikkünstlerin stammen, erzählten dem Publikum von ehrlichen Zweifeln und Ängsten, aber auch der immer wiederkehrenden Hoffnung in ihrem Leben.

Viel Zeit in der Gemeinde verbracht

»Corona hat jeden von uns in einem bestimmten Lebensbereich ausgebremst. In meinem Fall war es die Musik«, berichtet Bender, die hauptberuflich als Erzieherin im Gießener Familienzentrum Lutherberg arbeitet. »Ich habe in der Zeit viel in der Gemeinde, der EFG Gießen, musiziert und war dankbar, dort den Leuten mit Musik, manchmal auch mit einem meiner eigenen Lieder, eine Freude machen zu können«, erzählt Bender, die schon mit zehn Jahren ihr erstes Lied komponierte. Vor einem Jahr hatte sie Kontakt zu dem Gießener Komponisten und Musikproduzenten Dirk Menger aufgenommen, mit dem sie schon gemeinsam im Chor »Perspektiven« gesungen hatte. Menger ermutigte sie zu einem Album und überlegte sich musikalische Arrangements für ihre Songs, die nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne im Greycube Tonstudio in Hüttenberg aufgenommen wurden. Auch weitere Musiker wie die Gießener Violinistin und Sängerin Julia Hassenrik und der Gitarrist Sebastian Büttner konnten engagiert werden, die auch beim Release-Konzert mit auf der Bühne standen. »Im Rückblick bin ich unglaublich dankbar, dass ich ein so hoffnungsvolles Projekt gestalten und mit Dirks Hilfe verwirklichen konnte, trotz Corona«, so Bender glücklich.

Die Liedtexte mit Tiefgang und facettenreicher musikalischer Untermalung kamen am Samstagabend auch beim Publikum gut an. »Ihre Texte haben mir Mut gemacht, mit allem zu Gott zu kommen«, sagte eine Zuhörerin am Ende des Konzertes. Eine andere: »Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mich ihre Lieder so berühren. Aber die Hoffnung kam wirklich an. Es war der schönste Abend seit zwei Jahren.«

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