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Lützellinden als »fünftes Rad«?

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Die S-Kurve in der Rheinfelser Straße kann gefährlich werden für Fahrzeuge und Fußgänger. Foto: Jung © Jung

Der Ortsbeirat Lützellinden kritisiert lange Bearbeitungszeiten bei Anträgen und wünscht sich eine bessere Anbindung - etwa nach Rechtenbach

Gießen . Ausschließlich der Verkehr im Stadtteil beschäftigte den Ortsbeirat Lützellinden in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Passend dazu zu Gast war Bürgermeister und Verkehrsdezernent Alexander Wright (Grüne), der sich fleißig Notizen machte. Die kritische Verkehrssituation in der S-Kurve in der Rheinfelser Straße muss entschärft und verbessert werden, darüber ist sich der Ortsbeirat einig. Nun soll die Stadt prüfen, wie das möglich ist.

Vor allem durch Busse, Lastwagen und den landwirtschaftlichen Verkehr komme es bei den Begegnungen an der Engstelle vor, dass Busse der Linie 1 den Bürgersteig touchieren. Das, so der Ortsbeirat, ist nicht nur für die Fahrzeuge kritisch, sondern führe auch zu gefährlichen Situationen für die Fußgänger auf dem schmalen Gehsteig. Schnell gingen die Hände bei der Abstimmung hoch, das Problem dürfe nicht aufgeschoben werden.

Linie 1 soll bis nach Rechtenbach fahren

Geprüft werden soll, ob im Rahmen des neuen Nahverkehrsplans die Linie 1 bis zum Nahversorgungszentrum Rechtenbach verlängert werden könnte. Den entsprechenden Antrag brachte Detlef Söhlke (SPD) ein. Mit der Anbindung in das Nachbardorf könnte das von vielen Lützellindenern frequentierte Nahversorgungszentrum erreicht werden. Söhlke meinte zudem, Hüttenberg würde so auch besser an das Oberzentrum Gießen angebunden werden. Carsten Zörb (CDU) stimmte dagegen.

In einen Prüfantrag wandelten Bündnis90/Die Grünen und SPD die Forderung nach einer Busanbindung mit verträglichen Reisezeiten um. Die Stadt solle Sorge dafür tragen, dass die Fahrzeiten der Busse »auf ein verträgliches Maß« reduziert und insbesondere die Differenz zu den Fahrzeiten von Pkw und Rad deutlich verringert werden.

Mit Blick auf den Stadtteil Allendorf erkenne der Ortsbeirat an, dass die stadtweiten Überlegungen auch dessen Bedürfnisse zu berücksichtigen haben und dass sein Anliegen gegebenenfalls zur Verlängerung von Taktzeiten führen könne. Die Reisezeiten der Busse nach Lützellinden seien im Vergleich zu anderen Verbindungen in die Ortsteile jedoch unverhältnismäßig länger, meinte Anette Arnold (Grüne). »Lützellinden sollte wieder eine attraktive Verbindung erhalten«. Verkehrsdezernent Wright sprach von Plänen, nach denen eine neue Linie 4, die nach Allendorf eingerichtet werden soll, und die Linie 1 von Lützellinden direkter und schneller in die Stadt fahren könnten.

Auch die Straße »Am Hellerpfad« war Thema. Denn: Bei Trockenheit staube es hier und bei Regen würden Steine in die Kanalisation vom Kirchweg gespült. Umgehend soll der Magistrat prüfen, ob eine wassergebundene Deckschicht aufgebracht werden kann, fordert der Ortsbeirat.

Ortsvorsteher Markus Sames (CDU) sagte, an den Bürgermeister gerichtet, in Lützellinden habe man das Gefühl, »das fünfte Rad am Wagen bei den Ortsbeiräten« zu sein. Er kritisierte die langen Bearbeitungszeiten bei den Anliegen aus dem südlichsten Stadtteil. Wright konterte, anscheinend habe man »fünf fünfte Räder«. Er riet, auch mal anzurufen, der viele Schriftverkehr koste Zeit und Personal. Die Straßenverkehrsbehörde sei im Moment »ein hochbelastetes Amt« und es fehle Personal.

1391 Fahrzeuge erfasste die Radarmessung in der Rheinfelser Straße an einem Tag von 10 bis 16 Uhr. In Lützellinden wird künftig ein noch zu beschaffender Blitzanhänger aufgestellt. Der Ortsbeirat nannte dem Verkehrsdezernenten einen anderen Standort für die Messstelle.

Parkprobleme schilderte ein Anwohner aus dem Neubaugebiet »Im Sporn«. Ausreichender Parkraum zwischen den neuen Häusern sei Mangelware und so würden Knöllchen verteilt. Zudem würden einige Privatgrundstücke verwildern. Die Wohnqualität sieht er auch durch den Lärm der nahen Autobahn beeinträchtigt.

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