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Von: Ursula Hahn-Grimm

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Die Theaterführung ermöglicht den Besuchern einen Blick in die Requisite. © Ursula Hahn-Grimm

Besondere Erlebnisse beim Fest zur Saisoneröffnung des Stadttheaters in Gießen: Einmal in die Maske schauen oder das Orchester dirigieren

Gießen . »Hallo Stadt« - »Hallo Theater«. Der Dialog ist eröffnet, denn der Dialog wird groß geschrieben in dieser ersten Spielzeit des Stadttheaters Gießen mit Intendantin Simone Sterr. Von diesem Geist war auch das Theaterfest zur Saisoneröffnung geprägt: Das Publikum hatte zahlreiche Gelegenheiten, sich am Geschehen vor oder hinter der Bühne zu beteiligen. Ein Tag voll mit bunten Theateraktionen, bis hin zur großen »Spielplanshow« am Abend, die richtig neugierig machte auf die Stücke, die im September und Oktober Premiere feiern werden.

Nicht zu überhören und zu übersehen direkt vor dem Haupteingang des großen Hauses, war der Auftakt des Theaterfestes mit dem Opernchor, den Blechbläsern des Philharmonischen Orchesters sowie dem Schauspiel- und Tanzensemble. Die neue Intendantin Sterr stellte sich vor und hieß alle Besucherinnen und Besucher für die kommende Spielzeit willkommen. Die Schauspieler gaben eine erste Kostprobe ihres Könnens und kommentierten gleich eine vorüberziehende Demonstration des Giennale-Festivals. Nur die Tänzerinnen und Tänzer wurden von den ersten Regengüssen erwischt, setzten aber ihr Stück unbeirrt fort.

Ein wenig vom Regen beeinträchtigt wurde die gemeinsame Tafel im Theatergarten. Doch absagen? Nein! Das Essen wurde kurzerhand in den überdachten Theaterhof verlegt und erfreute sich auch dort eines guten Zuspruchs. Eröffnet wurde die Aktion von Inke Günther und Jörg Wagner, die am Institut für Kunstpädagogik der Justus-Liebig-Universität das Projekt »Feldforschung Abendbrot« leiten. Bei diesem Essen stellte die künstlerische Leitung ihre Lieblingsgerichte vor, moderiert von Kerstin Weiß, der neuen Kommunikationschefin des Theaters. So konnte man unter anderem den schwäbischen Kartoffelsalat von Simone Sterr verköstigen.

Ansonsten hatten die Besucher die Möglichkeit, sich einen Punkt - oder auch mehrere - aus dem reichhaltigen Programm auszusuchen. Eine Führung durchs Große Haus brachte die Gäste bis in die Requisite und in die Maske. Außerdem präsentierten die Schauspieler einen Auszug aus »Dantons Tod«.

Als Alternative konnten Tanzkurse im Foyer besucht werden, angeleitet von Mitgliedern des Tanzensembles, als Moderator fungierte in altbewährter Manier der Schauspieler Roman Kurz. Ein weiteres Angebot unter Leitung von Esther Frankenberger trug den Titel »Einfach singen«. Bei diesem Workshop herrschte ebenso großer Andrang, wie er auch bei den Tänzern zu beobachten war.

Um 17.30 Uhr startete schließlich das Abendprogramm auf der Hauptbühne. Die Stühle waren aus dem Parkett entfernt worden, bunte Kissen luden zum entspannten Sitzen ein. Auch jetzt war wieder Mitmachen angesagt. Wer schon einmal im Geheimen davon geträumt hatte, ein ganzes Orchester zu dirigieren, konnte nun seinen Namen in eine Lostrommel werfen und mit etwas Glück den Part des Dirigenten von Mozarts »Zauberflöte« oder Webers »Freischütz« erlangen. Die Gewinner erfüllten ihre Rolle mit Bravour.

Mit dem Preview-Konzert »Furioses Hörabenteuer« führte Generalmusikdirektor Andreas Schüller mit dem Philharmonischen Orchester unterhaltsam und informativ durch Musik von Rolf Liebermann und Richard Strauss. Für gut ein Dutzend Zuhörer waren Plätze im Orchester freigehalten worden, die nun die Musik aus allernächster Nähe genießen konnten.

Kurzweilig und auf höchstem Niveau ging dann die große »Spielplanshow« über die Bühne, mit kurzen Ausschnitten unter anderem aus der Trilogie »Posthuman Journey« (Premiere 30. September), dem Schauspiel »Luft nach oben« (24. September, Kleines Haus), Café Populaire (7. Oktober, Kleines Haus), Gefährliche Operette, (8. Oktober) und dem Tanzabend »My body a stranger that protects me that kills me« (21. Oktober, Kleines Haus) sowie »Dantons Tod« (29. Oktober) und der Oper »Caterina Cornaro« (26. November).

Nach einem furiosen gemeinsamen Tanz versammelten sich neue und »alte« Mitglieder des Theaterensembles mit ihren Spartenleitern und Intendantin Sterr für den begeisterten Schlussapplaus noch einmal auf der Bühne. In der Zwischenzeit hatte auch das Kleine Haus eine Reihe von Angeboten im Programm. Der Nachmittag gehörte den Kindern, die neben einem Hindernislaufen auch Gelegenheit hatten, Banner und Schilder mit ihren Wünschen und Forderungen zu bemalen.

Hier feierte auch das soziokulturelle Festival Giennale seinen Abschluss mit letzten Reden und Performances, ab 21 Uhr startete die Abschlussparty mit den DJs Trippie und Haensen und Gretel.

Fazit nach einem eintägigem Theaterevent: Die Darbietungen und Shows machten Lust auf mehr. Fortsetzung willkommen.

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Nach einem erfolgreichen Abend kommen alle Beteiligten noch einmal auf die Bühne, in der Mitte die neue Intendantin Simone Sterr. Fotos: Hahn-Grimm © Hahn-Grimm

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