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Lustspiel nach Shakespeare

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Tom Wild (vorne) und Pascal Thomas in ihren Rollen als Falstaff und Prinz Heinrich. © Rolf K. Wegst

Andreas Marbers Schauspiel »Falstaff« stellt den trink- und vergnügungssüchtigen Maulhelden nun in den Mittelpunkt und gibt ihm eine eigene Biographie. Am Samstag ist ab 19.30 Uhr Uraufführung.

Gießen (red). Endlich Protagonist! Er ist das fleischgewordene »comic relief« der Shakespear’schen Königsdramen und begeistert Theaterfans seit Jahrhunderten aufs Neue. Andreas Marbers Schauspiel »Falstaff« stellt den trink- und vergnügungssüchtigen Maulhelden nun in den Mittelpunkt und gibt ihm eine eigene Biographie. Seine Uraufführung hat das Lustspiel nach Shakespeare am Samstag, 26. März, ab 19.30 Uhr im Stadttheater Gießen.

Ränkespielchen

Der beleibte Ritter aus den Dramen »Heinrich IV.« und »Die lustigen Weiber von Windsor« brüstet sich mit großen Taten, die bei näherer Betrachtung oft weder groß, noch eigentlich Taten sind. Falstaff (Tom Wild) ist faul, verfressen und versoffen - spaßig ist er nicht nur, weil er witzig ist, sondern auch, weil die Späße der anderen immer auf seine Kosten gehen.

Aber erklärt Spaß allein, warum der junge Prinz Heinrich (Pascal Thomas) diesem Tunichtgut in so merkwürdig-inniger Freundschaft verbunden ist?

Und was ist schon Freundschaft in einer Männerwelt voller Hierarchien, Grausamkeiten und grotesker Ritualen? Regisseur Malte C. Lachmann schickt seinen Antihelden in die große Manege der gesellschaftlichen Ränkespielchen um Männerbünde und toxische Männlichkeit, Body-Shaming und einen betrogenen Betrüger.

In der zirkusartigen Bühne von Ausstatterin Kathrin Krumbein werden Missstände mit clownesken Elementen vorgeführt, hinterfragt und überzeichnet - Zuckerwatte und Puppen, wie sie für sie für Schießübungen verwendet werden, inklusive.

Mit karnevalesker Überzeichnung arbeiten auch ihre Kostüme und die Musik der dreiköpfigen Band unter der Leitung von Marcel Rudert, in deren Falstaff-Sound zwischen Kammermusik und Kneipenkapelle sich ab und an bewusste Misstöne und Verzerrungen einschleichen.

Weitere Vorstellungen: 8. April, 22. April, 3. Juni., 26. Juni, 7. Juli

Inszenierung: Malte C. Lachmann

Bühne und Kostüme: Kathrin Krumbein

Musikalische Leitung: Marcel Rudert

Dramaturgie: Carola Schiefke / Marisa Wendt

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