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Mehr als nur ein Konzert

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Die »LieBigBand« bietet auf dem Schiffenberg auch einige Lieder mit Gesangseinlagen der »Junior Band«. Foto: Wißner © Wißner

Der Auftritt der »LieBigBand« im Rahmen des Musikalischen Sommers auf dem Schiffenberg war nicht nur ein Konzert, sondern gleichzeitig auch so etwas wie ein Treff ehemaliger Liebigschüler.

Gießen . Es war eigentlich schon im Vorhinein klar, dass das Gastspiel der »LieBigBand« im Rahmen des Musikalischen Sommer auf dem Schiffenberg kein gewöhnliches Konzert werden wird. Zum einen war da die Coronapandemie, die zwei Jahre ein solches Konzert verhinderte, und dieses nunmehr den ersten Auftritt nach drei Jahren - mit vielen neuen Akteuren - überhaupt darstellte. Und dafür hatten die 29 Musiker und sechs Sängerinnen und Sänger in den letzten Wochen und Monaten sich intensiv mit ihrem Leiter Jens Velten vorbereitet - und dann kam doch alles anders als geplant.

Aufgrund eines Todesfalls in der Familie von Jens Velten übernahm sein Vorgänger Michael Zarniko spontan die Leitung. 2013 hatte sich dieser zum 20-jährigen Bandjubiläum als Leiter verabschiedet, um nun doch noch einmal einzuspringen und mit einer gelungenen Spontanmoderation dem Motto »Lio live und open air« vollauf gerecht zu werden.

Viele Ehemalige im Publikum

Allerdings ist der Auftritt der »LieBigBand« schon immer mehr als nur ein Konzert, wie sich beim Grußwort von Schulleiter Dirk Hölscher dann auch optisch zeigte. »Danke an ganz, ganz viele, die mit dem Konzert zu tun haben. Nach so langer Zeit endlich wieder live und es klingt exzellent, als hättet ihr nie aufgehört. Vielen Dank auch an Michael Zarniko für das Einspringen heute«, sagte Hölscher und fragte die rund 800 Besucher, wer denn etwas mit der Liebigschule zu tun habe. Da gingen fast alle Arme nach oben - und dies bestätigt die Besonderheit des Konzerts, das vielmehr ein Treffen der Schüler und vor allem aber auch von Ehemaligen ist.

»Bist Du’s? Ich hätte Dich fast nicht wiedererkannt«, waren wohl die am meisten zu hörenden Worte und der Beginn zahlreicher Gespräche. Da wurde die Musik schon einmal als gelungenes Beiwerk bei den Gesprächen so im Hintergrund vernommen, obwohl einmal mehr ein tolles Programm geboten wurde.

Viele neue Stücke präsentiert

Erfreulich dabei das Zusammenwirken der »LieBigBand« mit dem Nachwuchs, denn an der Liebigschule hat sich eine Nachwuchsband, die »Junior Band«, unter der Leitung von Carolin Ratz gebildet, die nicht nur drei Stücke vortrug, sondern auch »Play that funky music« in einem Zusammenspiel mit der Band vorzutragen. Den jungen Musikern war die Spielfreude anzumerken. 19 Musiker und Sänger standen erstmals auf dem Gießener Hausberg auf der Bühne. Neben den Klassikern wie »Peter Gunn« und »Alexander’s Ragtime Band« kam mit dem Abba-Hit »Waterloo« auch gleich zu Beginn eines von gleich einem Dutzend neuen Stücken zum Vortrag.

Und eine weitere Besonderheit hatte die Band an diesem Abend zu bieten, spielten doch mit Christian Kunz (Tenorsaxophon) und Kurt Förster (Posaune) gleich zwei Väter in der Band mit, die traditionell aus Schülern und Ehemaligen besteht. So etwas hatte es in bisher 29 Bandjahren noch nicht gegeben. Bei all der Musik war es Hölscher, der auch auf die Verbindung zum Gießener Hospizverein einging, der an diesem Abend vor der Basilika mit einem Infostand vertreten war.

Die Gesangsformation mit Marisa Lenz, Simin Mulch, Thia Kunz, Jan Penner, Nicholas Meyer und Victor Zarniko war bei Liedern wie »Waterloo«, »Dance with somebody« und »Hold the line« sowie in kleineren Besetzungen auch bei »Sledgehammer«, »The heat is on«, und »The Locomotion« zu hören. Passend zur Musik waren auch die angenehmen Abendtemperaturen nach einem heißen Tag und im kommenden Jahr soll dann an gleicher Stätte das 30-jährige Bestehen der »LieBigBand« gefeiert werden.

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