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Mehr Geld für die Kongresshalle

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Der Magistrat bringt auch die bislang nicht beschlossenen Sanierungsschritte der Kongresshalle auf den Weg. Foto: Schäfer © Schäfer

Der Magistrat bringt die Gesamtsanierung der Kongresshalle in Gießen auf den Weg.Die Kosten liegen bei 15,5 Millionen Euro.

Gießen. Vier von elf Bauabschnitten gibt die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2019 frei. Die Umsetzung der weiteren sieben Sanierungsschritte der Kongresshalle bleibt letztlich zukünftigen Entscheidungen vorbehalten. Genau sie hat der Magistrat nun auf den Weg gebracht - das Votum der Stadtverordneten steht noch aus. Sollte es dazu kommen, dann sind rund elf Millionen Euro ab dem kommenden Haushaltsjahr für die Sanierung geplant. »Die vorgesehenen Maßnahmen werden positive Effekte auf den Betrieb der Kongresshalle und ihre städtebauliche Integration haben. Der Zugewinn an Foyer- und Ausstellungsflächen verbessert das Flächenangebot für nahezu alle Veranstaltungsszenarien und wird insbesondere die Kundenzufriedenheit und Kundenbindung sowie auch die Besucherzufriedenheit erhöhen. Ferner werden durch die Verbesserung funktionaler Aspekte auch die organisatorischen Abläufe erleichtert, was sich beispielsweise in kürzeren Aufbau- und Einrüstzeiten ausdrücken wird«, heißt es in der Begründung der Magistratsvorlage. Am 4. Juli steht das Thema auf der Tagesordnung des Haupt-, Finanz-, Wirtschafts-, Rechts-, Digitalisierungs- und Europaausschuss.

»Kulturelle Mitte der Stadt«

Seit Jahrzehnten präge die Kongresshalle das Stadtbild, und »sie markiert gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Stadttheater und dem Kulturrathaus die ›kulturelle Mitte‹ der Stadt und ist bis heute das wichtigste multifunktionale Veranstaltungszentrum in zentraler Innenstadtlage Gießens. Bei einer generell hohen Auslastung finden in den Sälen und in den Konferenzräumen der Kongresshalle jährlich mehr als 1.000 Veranstaltungen beziehungsweise Nutzungen mit insgesamt bis zu 120 000 Besuchern statt.« begründet der Magistrat sein Papier. Zugleich verweist die zuständige Stadträtin Astrid Eibelshäuser von der SPD in dem Dokument darauf, dass »die Kongresshalle vom international anerkannten schwedischen Architekten Sven Markelius geplant und 1966 als eines der ersten großen Bürgerhäuser in Hessen eröffnet wurde. Sie stellt einen wichtigen Beitrag moderner Architektur der Nachkriegszeit dar. Mit ihrer besonderen Architektur des ›Schwedischen Funktionalismus‹, die der Bauhaus-Ära zugeordnet wird, besitzt die Universitätsstadt Gießen ein Alleinstellungsmerkmal.« 2016 habe das Land Hessen die Halle und ihre Flächen ins Denkmalverzeichnis aufgenommen.

Als die Stadtverordneten im Dezember 2019 schließlich die Hände heben, geben sie für die ersten vier Bauabschnitte 4,5 Millionen Euro frei. Zu diesem Zeitpunkt gehen die Parlamentarier von, grob geschätzten, Gesamtkosten von 13,5 Millionen Euro für alle elf Schritte aus. Dieser Rahmen wird, so heißt es in der neuen Vorlage, überschritten.

»Dynamik im Baubereich«

»Aufgrund weiterer Erfordernisse, die sich im Planungs- und Durchführungsprozess ergeben haben, und auf Grundlage der aktualisierten Kostenschätzungen ergibt sich für die Bauabschnitte fünf bis elf ein Investitionsbedarf in Höhe von elf Millionen Euro. Die Kostenschätzung erfolgte im ersten Quartal 2022. Vor dem Hintergrund der Dauer der Bauabwicklung in Verbindung mit der aktuell hohen Inflation und der Dynamik im Baubereich können Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen werden.« Die geschätzten Gesamtkosten stiegen so von 13,5 auf 15,5 Millionen Euro.

Neben der Reorganisation des Innenhofs sowie des Verbindungsgangs zwischen oberem Foyer und Seminarbereich umfassen die Sanierungssschritte fünf bis elf auch den Umbau des ehemaligen Restaurants zum Veranstaltungsraum. »Das seit Jahren leerstehende Restaurant wird zu einem multifunktionalen, teilbaren Veranstaltungsraum umgebaut. Durch den Rückbau des früheren Weinlokals wird die historische Eingangssituation wieder hergestellt und es entsteht auch hier eine neue Erschließungsachse zu den Tagungsräumen. Die bestehenden Tagungsräume (Kerkrade-, Versailles- und Winchester-Zimmer) werden gestalterisch und akustisch aufgewertet«, heißt es dazu in dem Text.

Die beiden Säle sollen neue Möbel bekommen und überarbeitet, die beiden Hausmeisterwohnungen zum Teil zu Verwaltungsräumen werden. Lufttechnik und Brandschutz sind zentrale Themen des Bauabschnitts zehn »Küche«. Und im bislang geplanten letzten Schritt werden die »Dächer in Stand gesetzt, in Teilbereichen mit extensiver Dachbegrünung versehen, und es wird eine großflächige Photovoltaik-Anlage installiert«, ist der Vorlage zu entnehmen. Dort finden sich auch bislang ungeplante Maßnahmen. Dazu zählen die Verlagerung der Toiletten ins Untergeschoss, die Erneuerung von Leitungen oder eine größere Technikzentrale .

Bauabschnitt eins am Berliner Platz ist erledigt - abgesehen von den Klinkern an der neuen Trennwand. Derzeit läuft der zweite Schritt mit der Erweiterung des unteren Foyers. Die Pläne dafür sowie der notwendige Abriss der Tourist-Info sind abgeschlossen. Die Reorganisation von Eingang und Verwaltung sowie die Gestaltung des Vorplatzes als Abschnitte drei und vier sind vorgeplant oder in der Abstimmung.

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