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Mehr Spaß an Bewegung

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Von: Rüdiger Schäfer

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Der Platz ist fertig, jetzt fehlt nur noch ein Mülleimer. Foto: Schäfer © Schäfer

Der Bewegungspunkt »Stelzenwanderung« im Flussstraßenviertel ist fertig. Nur ein Mülleimer fehlt noch, wie die Zuständigen der Stadt Gießen vor Ort feststellten. Weitere Punkte sind geplant.

Gießen. Als nicht genügend »besenrein« für ein Shooting des Fotografen erachteten die Stadträtinnen Astrid Eibelshäuser und Gerda Weigel-Greilich beim Pressetermin die neu hergerichtete Bewegungsfläche für Schulkinder an der Sudetenlandstraße/Ecke Asterweg. Flugs assistierten den beiden Dezernentinnen beim Müllaufsammeln die anwesenden Anne-Katrin Meier (Finanzierung und Projektkoordinatorin soziale Stadterneuerung), Frauke Kühn (Quartiersmanagerin Flussstraßenviertel), Johannes Giesler (Jugendzentrum Holzwurm), Lutz Perkitny (Nordstadtmanager) sowie Ludwig Wiemer (stv. Gartenamtsleiter). Es galt, unzählige achtlos weggeworfene Verpackungen von zumeist Süßigkeiten einzusammeln, die über das gesamte Areal verstreut herumlagen.

Einerseits ist das eigentlich ein gutes Zeichen dafür, dass der Bewegungspunkt von den Kindern der nahen Georg-Büchner-Schule, einer Grundschule, stark angenommen wird. Andererseits konnte von den Anwesenden der Stadt festgestellt werden, dass auf dem Gelände unbedingt ein Abfalleimer angebracht werden sollte. Der Bewegungspunkt »Stelzenwanderung« wird durch einen Staketenzaun auf drei Seiten zum Verkehr hin abgeschirmt. Direkt an der Fußgängerampel zur Überquerung der Sudetenlandstraße ist ein selbstschließendes Gartentor eingelassen. Auf der Grünfläche befindet sich ein Trampolin zum Springen, ein liegender Baumstamm zum Balancieren sowie die namensgebenden festverankerten Baumstammstelzen, auf denen die Kinder von einer zur nächsten »wandern« können.

Die Stadt will analog zum Schulwegeplan an verschiedenen Standorten im Flussstraßenviertel Bewegungspunkte errichten, die eine verkehrsabgewandte und kindgerechte Wegeführung ermöglichen und damit Schul- und Alltagswege gesünder, sicherer und erlebnisreicher machen. Die Bewegungspunkte sollen Anreize zum Laufen, Klettern und Springen bieten und die eigenständige Erschließung des öffentlichen Raumes ermöglichen.

Bei der Errichtung des nun zweiten Standortes »Stelzenwanderung« am Ende des Asterwegs waren die Auszubildenden des Gartenamtes für die baulichen Vorarbeiten eingebunden. Die Gestaltung des Bewegungspunktes erfolgte im Rahmen einer Mitmach-Baustelle, bei der rund 20 Kinder der Nordstadt unter Anleitung des Kasseler Künstlers Christof Kalden an zwei Tagen im vergangenen September hämmerten, sägten, schraubten und schaufelten. Vorab waren die Balancierstelzen von drei Dutzend Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Gruppenangeboten des Jugendtreffs Holzwurm gemeinsam gestaltet worden.

Mitmachbaustelle

Begleitet und betreut wurden die Mitmach-Baustellentage durch Mitarbeiter des JUZ Holzwurm, dem Quartiersmanagement sowie der Koordinierungsstelle Soziale Stadterneuerung. Bei den rund 15 000 Euro Kosten gibt es eine 70-Prozent-Förderung durch das Bund-Länder-Programm »Sozialer Zusammenhalt«. Entlang des Asterwegs sollen auf westlicher Seite auf den Vorgartenflächen der Wohnbau-Wohnhäuser weitere Bewegungspunkte im Laufe des nächsten Jahres errichtet werden.

Für Weigel-Greilich ist es wichtig, dass »die Kinder die Umsetzung eines Projektes als zeitnah empfinden.« Perkitny ergänzte, dass ansonsten »bei zwei, drei Jahren Dauer bereits die nächste, eine andere junge Generation die Verwirklichung erlebt.« Eibelshäuser merkte zweierlei an: »Die Beteiligung ist wichtig und dass das Ergebnis sichtbar ist.« Wiemer versprach, dass das Gartenamt im kommenden Frühjahr den bisher noch nackten Staketenzaun mit »viel Grün und Blumen bunt machen« will. Für Kühn soll »der Weg im öffentlichen Bereich erlebniswert« sein. »Kinder sollen ihre Schulwege möglichst selbstständig gehen«, so die Quartiersmanagerin. Bereits 2017 hatte sie die Grundidee als gestalterische Begleitung von Wegen, die von der Stadt für Kinder und Jugendliche adaptiert wurde.

Angesprochen wurde noch eine Problemlösung für die Kinder auf dem Schulweg aus dem Flussstraßenviertel östlich des Asterwegs hin zur Marburger Straße. Nicht gewährleistet ist ein sicherer Übergang über den vielbefahrenen Asterweg an der Einmündung zur Sudetenlandstraße, um die Ampelanlage zur Grundschule in der Egerländer Straße ungefährdet erreichen zu können. Für einen Zebrastreifen gäbe es zu wenig Verkehr im Asterweg, meinte Weigel-Greilich. »Vielleicht eine Bedarfsampel«, regte sie an. Vielleicht hätten dann viele Eltern weniger Angst um ihre Kinder auf dem Schulweg und würden sich ihren Service Elterntaxi als unnötig ersparen.

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