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Mehrjährige Haft für Dealer

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Am Landgericht in Gießen wurde jetzt das Urteil gegen den 36-Jährigen gesprochen. Foto: Czernek © Czernek

Drei Jahre und sechs Monate Haft lautet das Urteil für den 36-jährigen Angeklagten. Der Drogendealer sei »kein unbeschriebenes Blatt«, hieß es im Prozess am Landgericht Gießen.

Gießen. Für den unerlaubten Handel mit Heroin in nicht unerheblichen Mengen musste sich ein 36-Jähriger aus Gießen vor der neunten Großen Strafkammer des Landgerichts Gießen unter dem Vorsitz von Dr. Klaus Bergmann verantworten. Da der Angeklagte eine Tat letztlich eingeräumt hatte, wurde er noch zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zudem ordnete das Gericht die Einziehung von 7800 Euro (Wert der Verkaufserlöse) an.

Verräterische DNA-Spuren

Im Zuge von Ermittlungen in einem anderen Verfahren zur Drogenkriminalität war man auch auf den Namen des Gießeners gestoßen. Bei den Durchsuchungen seiner Wohnung und einer Wochenendparzelle am Dutenhofener See wurden zwar entsprechende Utensilien gefunden, jedoch keine Drogen. »Das ist auch nicht ungewöhnlich«, hatte der ermittelnde Polizeibeamte dazu gesagt, denn erfahrene Händler würden ihre Ware nicht in ihrem Lebensbereich aufbewahren. Allerdings wurden verräterische DNA-Spuren von ihm auf einem Heroin-Tütchen bei einer anderen Person entdeckt. Von daher kam er nicht mehr wirklich aus dieser »Nummer« heraus. Dem Gericht war der Angeklagte kein unbeschriebenes Blatt. Seit seiner Jugend saß er immer wieder auf der Anklagebank wegen diverser Delikte, unter anderem wegen Raub, Diebstahl, Körperverletzung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und mehrmals wegen Fahrens ohne Führerschein. Dementsprechend hatte er auch schon mehrmals Gefängniszellen von innen gesehen. In dem psychologischen Gutachten bescheinigte ihm die Gutachterin Eva Janzen volle Schuldfähigkeit. Er sei zwar auch Konsument, jedoch sei sein Handeln nicht komplett durch den Drogenkonsum gesteuert gewesen, sodass diesbezügliche strafmildernde Umstände entfielen.

Ihre Prognose für den 36-jährigen Gießener fiel durchwachsen aus: Einerseits ist er verheiratet und hat einen festen Wohnsitz, andererseits ist er immer wieder durch den Konsum von Opiaten auffällig geworden. Um von der Sucht loszukommen, habe er auch immer wieder Substitutionsprodukte konsumiert, jedoch mit Rückfällen.

Immer wieder rückfällig

Auf Vorschlag des Verteidigers Ramazan Schmidt kam es dann zu einer Verständigung zwischen den Verfahrensbeteiligten, um das Verfahren zu beschleunigen. Ein Teil dieses Deals war es, dass der Angeklagte eine Tat einräumte. Zuvor war die Staatsanwaltschaft noch von mehreren Taten ausgegangen, die sich jedoch aufgrund der Spurenlage nicht einwandfrei belegen ließen.

Daraufhin forderte Staatsanwalt Eugen Schwegler eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten, während sein Verteidiger sich für eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten einsetzte. Diesem Vorschlag folgte letztlich auch die Kammer.

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