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Wonneproppen im Anmarsch: Bei den beliebtesten Vornamen für Mädchen und Jungs hat es in Gießen einige Veränderungen gegeben. Symbolfoto: dpa

Namensstatistik

Mila und Liam erstmals in Gießen an der Spitze

Matteo ist deutschlandweit der beliebteste Jungennamen. In Gießen schafft er es nicht mal mehr in die »Top Ten«. Stattdessen ist Liam der Favorit. Bei den Mädchen hat Mila die Nase vorn.

Gießen . Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Und das ist gut so. Trotzdem fällt auf, dass zumindest die Vorlieben der Gießener für Jungennamen 2021 von der bundesweiten Hitliste abweichen. Insbesondere der von dem Vornamen-Experten Knud Bielefeld ermittelte Spitzenreiter Matteo schafft es in der Stadt an der Lahn nicht einmal mehr in die »Top Ten«. Mit sieben Nennungen rutscht er auf Platz 46 (zuvor Platz 7) ab. Andererseits haben die Schlammbeiser schon 2019 - jedenfalls nominell - nicht den Hype um die omnipräsente Greta mitgemacht. Am beliebtesten sind diesmal übrigens Liam (25) und Mila (30) gewesen. Das ist für beide eine Premiere.

Weiter aufwärts geht es derweil mit der Anzahl der beim Standesamt gemeldeten Kinder: So wurden im vergangenen Jahr 3375 Mädchen und Jungen in der Villa Leutert registriert und 3381 Geburten beurkundet (siehe Infokasten). Das sind fast 150 mehr als 2020 und ein Plus von 213 im Vergleich zu 2019. Könnte also sein, dass sich hier Corona ausnahmsweise positiv ausgewirkt hat, weil künftige Eltern mehr Zeit zu Hause verbracht haben. 51 Prozent dieser Kinder sind männlichen, 49 Prozent weiblichen Geschlechts; 64 Prozent der Mütter sind verheiratet, teilt die Stadt auf Anfrage des Anzeigers mit. Rund 65 Prozent der Knirpse haben einen Vornamen erhalten, 33 Prozent der neuen Erdenbürger haben zwei. Noch 78 der Babys tragen drei oder mehr Vornamen.

Matteo rutscht ab

Bundesweit hat Matteo, die italienische Variante von Matthäus, deutlich zugelegt und Noah vom »Thron« gestoßen. In Gießen war ihm zwar 2020 ein ordentlicher Sprung nach vorne gelungen, nachhaltig überzeugen konnte der Name offenbar nicht. Abgerutscht ist ebenfalls der Vorjahreserste Paul - der Name ist noch 20 Mal (2020: 31) vergeben worden, was für den achten Rang reicht. Und auch der Zweitplatzierte Noah (9.) hat an Sympathien eingebüßt.

Aufsteiger ist dagegen Liam, der 2018 noch außerhalb der hundert häufigsten Namen rangierte und nun von Platz 9 an die Spitze vorgerückt ist. Dahinter folgen der seit mehr als einem Jahrzehnt populäre Ben und Theo (vorher Platz 11) mit je 21 Nennungen. Auch Emil (vom 8. auf den 4. Platz) sowie die Neulinge Henry (von 19 auf 5), Milan (von 12 auf 7) und Elias (von 14 auf 10) erfreuen sich wachsenden Zuspruchs. Leon, der in Deutschland zu den fünf Favoriten gehört, kann sich in Gießen immerhin auf dem sechsten Rang behaupten. Die »Top Ten« verlassen haben wiederum Jonas (von 5 auf 13), Anton (von 4 auf 18) und Lio (von 10 auf 26).

In Bewegung geraten ist die Rangliste auch bei den Mädchen. Emma (24), die in den vergangenen vier Jahren zweimal die Spitzenposition innehatte, ist von Mila (30) verdrängt worden und fällt auf den vierten Platz zurück. Seit 2014 zählt Mila in Deutschland zu den Vornamen mit dem größten Aufwärtstrend, in Gießen ist er seit 2015 - mit einer Ausnahme - immer unter den ersten Zehn vertreten. Am zweithäufigsten haben die hiesigen Eltern ihre Tochter Emilia und Leni - je 27 Mal - genannt. Beide rücken damit nach oben. Laut der Statistik von Knud Bielefeld liegt Emilia in der Bundesrepublik und in Hessen sogar ganz vorne.

Karl als Zweitname

Außerdem werden in den nächsten Jahren 21 weitere Mias, 20 Linas, 16 Ellas, je 15 Maries und Sophias sowie 14 Leas durch Gießens Kitas und Familienzentren toben. Die zwei Letztgenannten sind erneut in die »Top Ten« aufgestiegen, aus der sich Lotta (von 5 auf 11) und Ida (von 9 auf 16) gleich wieder verabschiedet haben.

Mehr als 1000 Jungs und Mädels, die 2021 das Licht der Welt erblickten, haben unterdessen den Vorteil, sich ihre Namen nicht teilen zu müssen. Zum Beispiel Angela, Alissa, Bellatrix, Chloé, Edda, Finnja, Ruby, Melanie, Jola, Jesper, Milosz, German-Erik, Ismael, Tiago, Simeon, Heinrich, Fidel, Mario und viele andere mehr gibt es nur jeweils einmal.

Bei den bevorzugten Zweitnamen bleibt es bei den Klassikern: Marie (34) und Sophie (30) haben abermals die Nase vorn, Luise (16), Maria (15) und Elisabeth (10) sind bereits abgeschlagen. Für die Buben wird nach wie vor Alexander (15) präferiert, Maximilian (8), Ali, Elias (je 7) und Luis (6) haben ebenso ihre Fans. Nach vorne »katapultiert« hat sich Karl (8): vom 73. auf den 2. Platz. Lag das an den gleichnamigen Opas und Onkels, an dem Filmdrama »Je suis Karl« oder dem Finalisten von »Deutschland sucht den Superstar«, Karl Jeroboan? Möglicherweise hat es aber auch schlicht damit zu tun, dass der aktuelle Gesundheitsminister in gefühlt jeder Talkshow gesessen hat.

Mädchen

1. Mila (7., 30 Mal*)

2. Emilia (4., 27)

3. Leni (6., 27)

4. Emma (1., 24)

5. Mia (8., 21)

6. Lina (2., 20)

7. Ella (3., 16)

8. Marie (10., 15)

9. Sophia (15., 15)

10. Lea (14., 14)

* Zahlen in Klammern: Platzierung von 2020 und Häufigkeit des Namens im Jahr 2021

Jungen

1. Liam (9., 25 Mal)

2. Ben (3., 21)

3. Theo (11., 21)

4. Emil (8., 20)

5. Henry (19., 20)

6. Leon (6., 20)

7. Milan (12., 20)

8. Paul (1., 20)

9. Noah (2., 18)

10. Elias (14., 16)

* Quelle: Standesamt Gießen (1. Januar bis 31. Dezember 2021)

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