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Millionen für die Digitalisierung

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Mit Partnern stellt sich Gießen Herausforderungen der Digitalisierung. Archivfoto: Mosel © Jasmin Mosel

Gemeinsam mit Fulda, Limburg, Marburg, Offenbach und Wetzlar arbeitet Gießen an der Digitalisierung der Stadtverwaltung.

Gießen. Am freien Tag ins Rathaus gehen müssen, um wichtige Angelegenheiten zu regeln? Nicht mehr lange: Gemäß Onlinezugangsgesetz sollen wesentliche Ämterkontakte bis Jahresende auch digital möglich sein. Die Herausforderungen der Digitalisierung gehen für Kommunen jedoch weit darüber hinaus. »Ich bin überzeugt, dass wir diese Herausforderungen nur im Verbund mit unseren Partnern bewältigen können«, sagt Frank-Tilo Becher. In Fulda, Limburg, Marburg, Offenbach und Wetzlar hat der Oberbürgermeister diese Partner gefunden,

»Außergewöhnlich«

Gemeinsam bringen sie drei Digitalisierungsprojekte auf den Weg, die das Land mit insgesamt 4, 137 Millionen Euro aus dem .Programm »Starke Heimat Hessen« fördert. »Es ist eine außergewöhnliche Kooperation der sechs Kommunen. Denn meistens erfolgt eine Zusammenarbeit nach räumlicher Nähe. Hier aber hat man sich wegen gemeinsamer Interessen und Ziele zusammengefunden. Das finde ich toll und daher fördern wir die drei Projekte besonders gern«, erklärt Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus bei der Bescheidübergabe am Donnerstag. Bei jedem der drei Projekte übernimmt eine Stadt die Federführung.

Gießen hat sie bei »Total Digital«, das bis 2024 läuft und mit 2,18 Millionen Euro gefördert wird. »Wir haben bereits bei der Projektentwicklung zusammengearbeitet«, erläutert Becher. Ausgangsfrage des Ansatzes sei, wie man Technik, Verwaltung und Bürger näher zusammenbringt. Dabei gehe es nicht nur um »digitale Briefkästen« für Bürger, sondern auch darum, wie Verwaltungsprozesse insgesamt digitalisiert würden. Im Fokus stehen unter anderem Automatisierungsprozesse oder die Verbesserung digitaler Akten. Jede der beteiligten Kommunen bringe entsprechende Kompetenzen ein, die in einem »Virtual Competence Center« gebündelt würden, führt der Oberbürgermeister aus. Im »Digital Transfer Forum«, sollen die Inhalte schließlich unter anderem den Mitarbeitern der Städte vermittelt werden. Becher: »Durch die Digitalisierung verändern sich viele Bereiche unserer Stadtgesellschaft, auch unsere Verwaltung. Es braucht daher innovative Lösungen, um die steigende Komplexität und Dynamik zu bewältigen und unsere Mitarbeitenden dafür zu qualifizieren.« Deshalb verfolge man mit »Total Digital« einen städteübergreifenden Ansatz, bei dem »jeder Partner seine jeweiligen Stärken zum Wohle der Gesamtheit - und letztlich der Bürgerinnen und Bürger - einbringt«,resümiert der OB.

Gemeinsam mit Wetzlar und Marburg beteiligt sich Gießen auch an »Open Smart City« unter der Führung Offenbachs. Zentrale Elemente seien die »Open Smart City App« und ein »Open Data-Portal«, berichtet Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. Die App solle nicht nur städtische Dienstleistungen bündeln, sondern auch permanent mit den Nutzern dazu kommunizieren und ihr Feedback einholen.

Stadtbäume

Deshalb sei offen, was die App am Ende umfasse. Das »Open Data Portal« will dagegen im Dialog mit Bürgern ermitteln, welche Daten gesammelt werden sollten. Ein Beispiel sei etwa, wann Stadtbäume gegossen werden müssten. Gefördert wird die »Open Smart City« mit 1,37 Millionen Euro. Mit 720 000 Euro unterstützt das Land das »eGovernment Service- und Analyse-Dashboard (eGovSAD)« unter Federführung Marburgs. Gemeinsam wollen die sechs Städte ermitteln, wie kommunale digitale Angebote genutzt werden. Bei allen drei Projekten ist vorgesehen, die Ergebnisse auch anderen Kommunen zur Verfügung zu stellen, resümiert Sinemus.

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