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Mio Jung ist »Mathekönig«

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Alles Rechenasse: die geehrten Ostschüler mit Schulleiter Frank Reuber und Beate Grabowski. © Kremer

Der zwölfjährige Mio Jung errechnet sich Platz eins bei der Mathe-Olympiade auf Landesebene . Der Leiter der Gesamtschule Gießen-Ost, Frank Reuber, lobte die Teilnehmer: »Jeder ist Gewinner«.

Gießen (red). Damit hatte er nicht gerechnet, schließlich ist Sport sein Lieblingsfach. Und doch erreichte der 12-jährige Mio Jung bei der Matheolympiade auf Landesebene den ersten Platz. Die Ehrung der Teilnehmer der nunmehr 61. »Matheolympiade« fand in der Mediothek der Ostschule statt. Sieben Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen erhielten eine Urkunde und ein kleines Geschenk. Eine besondere Auszeichnung ging an den Schüler der 6a.

Drei Runden musste er dafür durchlaufen und immer wieder neue Matheknobelaufgaben lösen, bei denen hauptsächlich der individuelle Lösungsweg der Schüler bewertet wird. Mit nur einem Punkt unter der Gesamtpunktzahl konnte sich Mio gegen seine Mitstreiter durchsetzen. Wie er das geschafft hat, kann er selbst kaum erklären, er hat einfach Freude am Rätseln: »Natürlich ist es schon toll, wenn man da gewinnt, aber es macht mir auch Spaß! Außerdem hat man keinen Unterricht«, fügt der Ostschüler lachend hinzu und erläutert den Ablauf des Wettbewerbs.

Nachdem die Teilnehmer in der ersten Runde drei Wochen für die Bearbeitung der Aufgaben Zeit haben, schreiben alle Qualifikanten der zweiten Runde eine vierstündige Arbeit, die während der Unterrichtszeit stattfindet. Aus dieser Gruppe werden dann noch einmal Einzelne ausgewählt, deren Ergebnisse und Lösungswege einer zweiten Korrektur unterzogen werden.

An der Ostschule wurden drei Schüler ausgewählt: Mio Jung, Zufar Kosimov und Katrin Grabowski, letztlich kam aber nur Mio in die dritte Runde und musste seine Leistung in einem einstündigen Test unter Beweis stellen. Pandemie-bedingt konnte die dritte Runde nicht wie gewöhnlich zentral in Darmstadt stattfinden, sondern musste an der Schule durchgeführt werden. »Ich habe in der fünften Klasse schon mal mitgemacht, aber bin jetzt zum ersten Mal in die dritte Runde gekommen,«, freut sich Mio. Besonders stolz zeigt sich Schulleiter Dr. Frank Reuber auch über den Erfolg von Zufar aus der 6b, der zu diesem Zeitpunkt erst eine kurze Zeit in Deutschland war und sich trotzdem der Aufgabe stellte.

»Wir schätzen das Wert, wenn jemand sich etwas zutraut und etwas gut macht«, verdeutlicht er und betont, dass an der Gesamtschule Gießen-Ost alle Talente, ob wissenschaftlich, sportlich, musikalisch oder auch ganz andere Begabungen, gefördert werden. »Grundsätzlich freue ich mich erstmal, dass so viele dabei angetreten sind, das ist ja eine ganz freiwillige Sache«, lobt er den Eifer seiner Schüler.

Auch in der Ostschule führt der Krieg in der Ukraine aktuell zu Angst und Unsicherheiten. »In dieser Zeit ist Mathematik ein Stück weit eine Möglichkeit, ein bisschen Klarheit zu bekommen«, so der Schulleiter. Vielleicht seien die klaren Regeln und Lösungswege auch ein wenig wie ein Rückzugsort für die Schüler, ergänzt er.

Applaus bei gemeinsamer Feier

Bei der kleinen Feier wird indes das Gemeinschaftsgefühl der Schule sehr deutlich. Die ganze 6a und ihr Klassenlehrer sind in der Mediothek versammelt, um ihrem Klassenkameraden zu seinem Erfolg begeistert zu applaudieren.

Beate Grabowski, die den gesamten Ablauf der Matheolympiade betreut hat, weist auch darauf hin, dass die oberen Plätze in der Regel von Schülern aus klassischen Gymnasien besetzt werden. »Gesamtschüler findet man da eher selten.

« Dass die Ostschule mit Mio Jung nun sogar den ersten Platz belegen konnte, sei großartig, betonen die Lehrkräfte. Aber auch alle anderen Schüler können stolz auf sich sein: »Hier ist wirklich jeder ein Gewinner, der mitmacht«, betont Frank Reuber.

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