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Mit dem Konsumführerschein durchstarten

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Jan Schmirmund übergibt das Preisgeld an T.A.M. Herring (Mitte) und ihre Mitarbeiterin Jasmin Koppe. Foto: Elias Geist © Elias Geist

Gießen (red). Ende Juni hat in Gießen das erste Zukunftsfestival »tomorrathon - Gestalte das Morgen deiner Stadt« stattgefunden. Bei dem Ideenfestival belegte T.A.M. Herring mit ihrem Team den ersten Platz für die Entwicklung der Idee eines »Konsumführerscheins«, bei dem das Bewusstsein für nachhaltigem Konsum im Zentrum steht. Das damit verbundene Preisgeld von 500 Euro überreichte »tomorrathon«-Initiator Jan Schmirmund jetzt symbolisch an T.

A.M. Herring.

Mit ihrem Unternehmen »Jeans Healer« hatte T.A.M. Herring zunächst die Patenschaft für eine Challenge zum Thema »Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion« beim tomorrathon übernommen. Doch dann kam ihr die zündende Idee und aus der Patenschaft wurde dann schnell die aktive Teilnahme am Ideenfestival. Zusammen mit den Innovationsprofis Malvine Klecha (München), Sophie Marie Stender (Darmstadt) und Thomas Klug (Ober-Mörlen) wurde die Idee ausgearbeitet, die schließlich im ersten Platz mündete.

»Teil meiner Mission als nachhaltige Maßschneiderin ist Bildungsarbeit«, erklärt T.A.M. Herring. »In den Grundschulen steht Handarbeit auf dem Lehrplan, es wird jedoch in der Realität nicht unterrichtet und mit dem Fach Werken kompensiert. Auch an weiterführenden Schulen wird dies - wenn überhaupt - nur in AGs angeboten. So geht das traditionelle Wissen und der Bezug zum Werkstück (Bekleidungsstück) immer mehr verloren.

Die Grundidee des »Konsumführerscheines« ist, insbesondere junge Menschen zu befähigen, ein Problembewusstsein am Beispiel der 17 UN-Nachhaltigkeitszielen, zu entwickeln. Das ist die Voraussetzung für ein selbstverantwortliches und gemeinschaftliches Handeln. Zielgruppen sind zunächst Schulen und Bildungseinrichtungen.

Reflexion

Ein wichtiger Ansatzpunkt beim »Konsumführerschein« ist die Reflexion des eigenen Lebensstils und die Vermittlung nachhaltiger Lebensstile. »Das hört sich erst einmal nach Verzicht an und ist einer der Hauptgründe, warum die Mehrheit der Gesellschaft diesen Lebensstil doch noch nicht für sich gewählt hat«, räumt T.A.M. Herring ein. Aber Jeans Healer würde nicht dem eigenen Anspruch genügen, würde nicht ein Blick in eine (bessere) Zukunft gewagt.

Aus einer anderen Perspektive, die einen Wertewandel beinhaltet, ginge es hier allerdings nicht um Konsumverzicht, sondern um eine Verbesserung der eigenen Lebensqualität. Nachhaltig handelnde Konsumenten und Konsumentinnen möchten ihren CO2-Fußabdruck reduzieren, in ihrem Alltag achtsamer handeln oder mit weniger materiellem Besitz leben.

Bei dieser Betrachtungsweise gelte es, immer wieder die eigenen (Konsum)Entscheidungen zu hinterfragen. Die individuellen Ausdrucksformen sind vielfältig und jeder Mensch kann die passende für sich finden. Unterstützt wird T.A.M. Herring durch ihre Mitarbeiterin Jasmin Koppe, die sehr lange in einem ökologisch produzierenden Betrieb als Produktionsleiterin gearbeitet hat. Durch ihren beruflichen Werdegang hat sie eine andere Perspektive. Beide ergänzen sich sehr gut. Darüber hinaus hat T.A.M. Herring die Ausbildungseignungsprüfung bei der Handwerkskammer erfolgreich abgelegt.

Auf dem tomorrathon wurden zwei Themenbereiche für den Konsumführerschein gesetzt: Der nachhaltige Konsum von Lebensmitteln sowie der von Bekleidung. Der erste Themenbereich soll der Ernährungsrat Gießen planen und durchführen. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen beantwortet werden: Welches Obst/Gemüse hat Saison? Welche Produkte gibt es in unserer Region? Wie kaufe ich unverpackt ein?

Im zweiten Bereich werden T.A.M Herring und Jasmin Koppe ähnliche Fragestellungen beantworten: Was ist nachhaltige Kleidung überhaupt? Woran erkenne ich Fast Fashion? Warum ist Second Hand cool?

»Ziel ist eine zukunftsfähige Gesellschaft, die miteinander lebt, wirtschaftet und dabei alle Beteiligten berücksichtigt«, beschreibt T.A.M. Herring ihre Motivation.

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