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Ein Musical-Potpourri vom Feinsten zeigten Maik Eckhardt und seine Kollegen, die von der Musical Dance-Group des Tanzstudios Spotlight unterstützt wurden.

Mit Enthusiasmus und vielen großen Hits

Gießen (bcz). Was braucht man für eine gelungene Bühnenperformance? Enthusiasmus, Spiel- und Gesangsfreude sowie ein Publikum, das sich gern überraschen lässt. All das ist nun bei der Musical-Show «Broadway meets« auf der Bühne des Prototyp zusammengetroffen und machte den Abend zu einem echten Erlebnis.

Maik Eckhardt, der aktuell in dem Monty-Python-Musical »Spamalot« am Stadttheater Gießen zu sehen ist, brennt für dieses Genre. Daher war es nur folgerichtig, dass er irgendwann etwas Eigenes produzieren würde. Die Idee dazu sei ihm zu Beginn der Pandemie entstanden, erzählte er. Bei seinen Kollegen Pauline Sell, Victoria Enste, Patrick Miller und Florian Hinxlage rannte er damit offene Türen ein. »Es hat dann etwas gedauert. Aber jetzt sind wir froh, dass wir heute für euch spielen können«, bekannte er.

Dabei schwang durchaus seine Sorge mit, wie lange dies aktuell angesichts der hohen Inzidenzen noch möglich sein wird. Das Ergebnis der Mühen ist jedenfalls sehenswert. Herausgekommen ist eine auf die Künstler maßgeschneiderte Produktion, bei der sie einen Mix von Musical-Hits präsentierten. Beginnend mit dem unverwüstlichen »Welcome« aus dem Musical »Cabaret« entfaltete sich ein Programm mit vielen unterhaltsamen Zwischenepisoden, denn Eckhardt, der auch als Conférencier durch den Abend führte, hatte zu jedem Musical eine kleine Geschichte parat.

Lieder aus Disney-Klassikern wie »Der Glöckner von Notre Dame« und »Die Eiskönigin«, aus »Sister Act« oder »Grease« wurden ebenso perfekt vorgetragen wie rockige Songs aus »Tina«. Den gelungenen Schlusspunkt setzte ein Medley aus dem Queen-Musical »We will rock you«, das damit auch eine Hommage an den vor 30 Jahren gestorbenen Freddy Mercury war. Diese rockigen Lieder gehören schon lange ins Repertoire neuerer Musicals, die die Protagonisten ebenso beherrschten wie die sanfteren Töne.

Für Auflockerung sorgte die Musical Dance-Group des Tanzstudios Spotlight aus Bebra, die Eckhardt betreut und die gerne für eine Showeinlage nach Gießen kam. Die Leiterin des Studios, Felicitas Dischert, zeichnete zudem für die Choreographie des Abends verantwortlich.

Die Akteure vertrauten im Prototyp auf die Magie der Lieder und arbeiteten sparsam mit Kostümen und Requisiten. Das hat funktioniert, auch dank der guten gesanglichen Performance der Beteiligten, die allesamt professionelle Musical-Darsteller sind und mit Leidenschaft und viel Präsenz agierten. Vorgetragen wurde im Halbplayback (die Musik kommt vom Band, zu der live gesungen wird), das dank des Technikers Florian Diehl reibungslos funktionierte. Zudem ließ die heimelige Clubatmosphäre des Ortes Nähe zum Publikum entstehen. Die Zuschauer ließen sich am Ende nicht lange bitten, bei der Zugabe aus der »Rocky Horror Picture Show« hieß es: »let’s do the time walk again«. Wenn es nach Organisator Eckhardt geht, steht einer Neuauflage des Programms im kommenden Jahr nichts im Wege.

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