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Mit expressiver Kraft

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Lich. Zum Auftakt der gerade begonnenen Licher Kulturtage gehörte auch die Vernissage einer Ausstellung mit Werken von Susanne Jakobs. Sie zeigt im »Dazwischen« unter dem Motto »Gartenarchitektur, Grafik und Malerei« einen Überblick über ihr aktuelles Schaffen. Zur Eröffnung waren zahlreiche Besucher erschienen, und in der umfangreichen Schau gibt es viel zu sehen.

Das »Dazwischen«, die einstige Blumenhandlung Volz, ist recht geräumig, und so konnte man zahlreiche Werkbeispiele in den verschiedensten Formen betrachten, von der künstlerischen Postkarte bis zum Kalenderblatt. Jakobs, Jahrgang 1960, stammt aus dem Saarland und lebt seit 1995 in Lich. Sie gehört seit Jahren zu den im guten Sinne angekommenen Künstlerinnen und zeichnet sich durch besondere Vielseitigkeit aus.

Sie studierte Landschaftsarchitektur und übte den Beruf auch in der Region aus. 2003 schloss sie eine Weiterbildung im Fach Grafikdesign an und arbeitet seit 2004 professionell in den Feldern künstlerische Visualisierung und Gartenarchitektur. Seither wirkte sie sowohl als freischaffende Künstlerin, Gartenarchitektin sowie Gärtnerin. Seit 2015 unterrichtet sie in ihrem Atelier freies Malen. Jakobs ist Mitglied des Berufsverbands bildender Künstler Frankfurt (BBK) und des Oberhessischen Künstlerbunds (OKB).

Die ausgestellten Arbeiten geben einen guten Einblick über ihre kreative Bandbreite. Auffällig ist die expressive Kraft, die auch in den kleineren Bildern zu spüren ist. Verfahrensmäßig findet sich eine ganze Menge in den Werken. Jakobs übermalt ältere Bilder, kratzt zuweilen Partien frei und arbeitet auch mit Mischtechniken. Ein interessanter Aspekt sind die floralen Motive. Die stellt sie in einer Art naturalistischer Abstraktion dar: man hat sofort einen etwa blumenartigen Eindruck, bemerkt dann jedoch, dass hier insgesamt eine leicht abstrahierende Arbeitsweise vorliegt. Das macht die Bilder erst recht interessant, denn es öffnet die Wahrnehmung in ungeahnte Richtungen.

Auch in diesen Bildern finden sich verfremdende Aspekte wie Kratzungen und unnatürliche Strukturen, etwa in der Kleidung von Figuren. Jakobs fügt meist persönliche Akzente ein, und nicht selten scheint die Formensprache gar nicht ins gemalte Sujet zu gehören. So unterwirft sich die Künstlerin hauptsächlich ihrem kreativen Fluss, ohne vorherige darstellerische Intentionen, sie lässt sich einfach vom Prozess leiten. Dies auch zu erklären, ist ihr wichtig.

Darüber hinaus spielt Jakobs einfach mit dem Wunsch vieler Besucher, in den Arbeiten zu finden, »was es darstellt«. Sie verweigert sich diesen Fragen durchaus nicht - hat nur einfach keine Antworten parat. Es ist eine ausgesprochen sehenswerte Schau.

Öffnungszeiten an den Sonntagen 13. und 20. März, jeweils von 14 bis 17 Uhr im »Dazwischen« (Gießener Str. 5) und am 26. und 27. März im Rahmen der Veranstaltung »Kunst und Markt« von 11 bis 18 Uhr.

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