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Mit Goethe und den Grimms

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Die Oberbürgermeister der Städte Wetzlar und Gießen, Manfred Wagner und Frank-Tilo Becher (Erster und Zweiter von rechts), stellen mit Sylvia Beiser vom Wetzlarer Kulturamt die Begünstigten der diesjährigen Ausschüttung des Kulturfonds Gießen und Wetzlar vor. Foto: Patrick Stein © Patrick Stein

Ein gemeinsamer Kulturfonds unterstützt vier Projekte, die Gießen und Wetzlar verbinden. Es geht um Goethe, die Grimms, Musik und einen Poetry Slam.

Wetzlar/Gießen (red). Die Städte Wetzlar und Gießen verbindet seit Jahren eine enge kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit. In den 1970er Jahren wurden die beiden Orte im Zuge der hessischen Gebietsreform sogar kurzzeitig - für 31 Monate - zur Stadt Lahn zusammengelegt. Auch, wenn dieses Konstrukt nicht von Dauer sein sollte: Die Zusammenarbeit im kulturellen Bereich hat sich 2003 mit der Gründung eines gemeinsamen Kulturfonds weiter verfestigt.

Jährlich schüttet der Fond 10000 Euro für kulturelle Projekte aus, die die Verbundenheit der beiden Städte thematisieren. In diesem Jahr hatten sich sieben Konzepte für die Förderung beworben. Ein Komitee aus dem Fond und externen Kulturexperten hatte dann vier Projekte für die Förderung ausgewählt und war sich einig, in diesem Jahr 10700 Euro auszuschütten. In der Städtischen Galerie in Wetzlar sind diese Projekte jetzt vorgestellt worden.

Dazu begrüßte Sylvia Beiser vom Wetzlarer Kulturamt Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD), seinen Gießener Amtskollegen Frank-Tilo Becher (SPD) sowie die Verantwortlichen der jeweiligen Projekte.

Oliver Meyer-Ellendt von der Wetzlarer Goethe-Gesellschaft und Hanna Brahm vom Literarischen Zentrum Gießen (LZG) stellten ihr gemeinsames Konzept »Eine goethisch-literarische Begegnung zwischen Wetzlar und Gießen« vor. Am 11. und 18. September wird es eine Kostüm-Stadtführung und eine Lesung in Wetzlar und Gießen geben. »Wir dürfen ja nicht vergessen, dass Goethe nicht nur 123 Tage in Wetzlar war, sondern davon auch fünf Tage in Gießen unterwegs war«, sagte Meyer-Ellendt.

Auch das Gießener Tinko-Kindertheater wurde für ein städteübergreifendes Projekt ausgezeichnet. Leider konnten krankheitsbedingt keine Vertreter des Theaters ihren »Spaziergang für die ganze Familie« vorstellen. Dies übernahm kurzerhand Syliva Beiser. Das Kindertheater möchte in Wetzlar und Gießen einen Stadtspaziergang unter dem Motto »Märchen und Mythen« anbieten. Schauspieler stellen dabei bekannte Szenen aus den Grimmschen Märchen dar.

Herbert Elischer stellte das Projekt »Do you speak Rhythm« vor, das er gemeinsam mit dem Wetzlarer Haus Stephanus initiiert. »Als Musiker geht es mir immer darum, Räume zu füllen. Mit Klang, mit Gefühlen und mit Freude«, sagte er. In mehreren Workshops soll es darum gehen, Bewohnern der Diakonie-Einrichtung Musik als Ausdrucksform näher zu bringen. Gerade psychisch Erkrankte hätten so die Möglichkeit, Musik auch als Therapie zu nutzen. »Am Ende des Projektes werden wir auch mehrere kleine Auftritte zusammen mit Musikschülern der Gießener Sophie-Scholl-Schule spielen«, kündigte Elischer an.

Im Anschluss kam ein bekanntes Gesicht der heimischen Kulturszene zu Wort. Stefan Dörsing vom Wetzlarer Verein Kulterbunt gab einen Einblick in das Projekt »Hessenslam«. Dahinter stehen die hessischen Meisterschaften im Poetry-Slam, die am 8. und 10. September in Wetzlar und Gießen ausgetragen werden. Das sei keine kleine Sache, erklärt Dörsing, denn die Wettbewerbe entscheiden, wer zu den deutschsprachigen Meisterschaften im November nach Wien fährt.

»Wir hatten wirklich die Qual der Wahl«, sagte Oberbürgermeister Wagner zum Auswahlprozess. Trotzdem habe man Projekte ausgewählt, die eine nachhaltige und langfristige Kooperation der Kulturschaffenden aus beiden Städten ermöglichen.

• Das Projekt »Ein Spaziergang für die ganze Familie« des Tinko-Theaters Gießen wird mit 4000 Euro gefördert.

• Das Projekt »Do you speak Rhythm« von Herbert Elischer und dem Haus Stephanus erhält 1200 Euro.

• Stefan Dörsings »Hessen-slam« wird mit 2500 Euro gefördert.

• »Eine goethisch-literarische Begegnung zwischen Wetzlar und Gießen« vom Literarischen Zentrum Gießen und der Wetzlarer Goethegesellschaft wird mit 3000 Euro unterstützt. (red)

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