+
Mit Kerzen erinnerte die Seebrücke Gießen an die dramatische Situation, in der sich derzeit viele Flüchtlinge in der polnisch-belarussischen Grenzregion befinden.

Mit Kerzen gegen Polens Grenzschließung

Gießen (bcz). Mit Kerzen gedachte die Seebrücke Gießen der Situation der Flüchtlinge an der polnisch-belarussischen Grenze. Die Gießener Sektion der Organisation beteiligte sich damit an der bundesweiten Aktion »Grünes Licht für Aufnahme«. Rund 25 Menschen waren dem Aufruf bei leichtem Nieselregen gefolgt. Auch die Gruppe »Omas gegen rechts« zeigten ihre Solidarität mit der Seebrücke.

In ihrem Grußwort betonte deren Mitglied Sabine Lohmann die Diskrepanz zwischen der Adventszeit und dem Tun an der polnischen Grenze. Sie verwies darauf, dass Polen nicht von der Verpflichtung entbunden sei, Flüchtlinge aufzunehmen. Klaus-Dieter Grothe, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtparlament, erinnerte in seinem Statement an die vielen Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU. An diesen Grenzen seien sogenannte Push-Backs (das Zurückdrängen von Migranten) seit Jahren üblich. »Das ist staatlich sanktionierter Mord.« Er baue gerade auf der griechischen Insel Lesbos ein psycho-soziales Hilfswerk auf, um den Menschen vor Ort zu helfen. Auch für Tim van Slobbe, Vorsitzender des Kreisausländerbeirats, ist das Verhalten Polens nach den EU-Gesetzen rechtswidrig. Er forderte »sichere Fluchtwege und ordentliche Asylverfahren«.

Die Aktivisten der Seebrücke forderten die Bundesregierung auf, die Migranten an der polnisch-belarussischen Grenze sofort in Deutschland aufzunehmen, den Zugang zu rechtsstaatlichen Asylverfahren für geflüchtete Menschen sicherzustellen und sich für das Ende der Gewalt in den polnischen-deutschen Grenzregionen sowie das Ende illegaler Push-Backs an der polnisch-belarussischen Grenze einzusetzen.

Zur Verdeutlichung der bedrohlichen Lage in Polen spielten sie einen Zusammenschnitt eines Aktivisten der Gruppe »Zangen statt Zäune« vor, der mit einem Lastwagen voller Hilfsgüter ins Land fuhr, um vor Ort Hilfe zu leisten. Die Gruppe sammelt Winterbekleidung und Decken, um demnächst erneut in die Region zu fahren, auch wenn diese Missionen nicht ganz ungefährlich sind, da die polnische Regierung weite Teile der Grenzregion zum militärischen Sperrgebiet erklärte.

Das könnte Sie auch interessieren