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Mit Kunst gegen die Umweltkrise

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Ein Workshop führt die Teilnehmer am 23. Juni in den vom Klimawandel betroffenen Taunus. Foto: dpa © dpa

Gießen (red). Ein neues Kunstprojekt der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beschäftigt sich mit den zunehmend gefährdeten europäischen Wäldern. Das Programm dazu beginnt mit einer Ausstellung, die am Samstag, 18. Juni, (18 Uhr) im Neuen Kunstverein eröfffnet wird. Hinzu kommen unter anderem Workshops und eine lebende Skulptur, die am Freitag, 24.

Juni, im Botanischen Garten der JLU geschaffen wird (siehe Kasten).

Was häufig als »heimische« Wälder bezeichnet wird, sind eigentlich menschengemachte Forste mit weniger standortgerechten als wirtschaftlich attraktiven Baumarten, heißt es in der Ankündigung der JLU. Unter dem Einfluss des Klimawandels ist demnach mittlerweile in ganz Deutschland weitflächiges Waldsterben zu beobachten. Um auf die menschgemachte Umweltkrise aufmerksam zu machen, nimmt das partizipative Kunstwerk »Planetary Forest: Bringt den Wald in den Garten« Bezug auf die Probleme im heimischen Wald und im planetaren Kontext.

Das Projekt von Dr. Claudia Hartl, Mathias Kessler und Clemens Finkelstein, Fellows am Panel on Planetary Thinking der JLU, begleitet diese soziale Skulptur künstlerisch-wissenschaftlich. Während der dreiwöchigen Laufzeit ist die vorbereitende Forschung der Fellows zu sehen und wächst über den Zeitraum stetig an. Auch außerhalb der Öffnungszeiten können Besucher die Ausstellung durch die Schaufenster des Kunstvereins betrachten.

Am 23. Juni sind Interessierte dazu eingeladen, am Workshop im Stadtwald Rosbach vor der Höhe im Naturpark Hochtaunus teilzunehmen. Hier wird ein »Walkabout« stattfinden, bei dem unter anderem die Entwicklung des Klimas in der Region sowie die aktuellen Absterbeprozesse der Wälder thematisiert werden. Interessenten können sich bis zum 18. Juni anmelden: panel@planet.uni-giessen. de (Fahrt für eine begrenzte Teilnehmerzahl ab Gießen)

Aus dort gesammeltem Totholz und Waldboden wird am 24. Juni im Botanischen Garten der JLU gemeinsam eine lebende Skulptur geschaffen. Das organische Material wird über einen mehrjährigen Zeitraum sich selbst überlassen. Erst der Prozess der natürlichen Sukzession wird zeigen, was sich aus dem Waldboden entwickelt. Am 2. Juli wird im Zuge einer Finissage im Neuen Kunstverein Gießen die fertige Ausstellung präsentiert.

Zu den Projektleitern: Claudia Hartl ist Dendrochronologin, Geografin und Ökologin, die derzeit die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit seit 2018 erforscht, die zu zahlreichen Baumsterben führt. Mathias Kessler ist ein in New York City arbeitender österreichischer Fotograf und Künstler. Clemens Finkelstein ist Doktorand an der Princeton University in den USA. Seine Forschung beschäftigt sich vorrangig mit der gebauten Umwelt an der Schnittstelle von Kunst- und Architekturgeschichte.

18. Juni bis 2. Juli: »wachsende« Ausstellung im Neuen Kunstverein Gießen.

23. Juni: Performative Aktion im Stadtwald Rosbach v. d. H. von 9 bis 17 Uhr.

24. Juni: Kunstinstallation im Botanischen Garten der JLU (Senckenbergstr. 6) von 12 bis 17 Uhr.

24. Juni: Feierliche Eröffnung im Botanischen Garten von 17 bis 19 Uhr.

25. Juni: Führung (Botanischer Garten) von 13 bis 15 Uhr.

25. Juni: Ausstellungseröffnung im Neuen Kunstverein um 15 Uhr. (red)

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